Beim Pop-up-Store können Selbstständige für einige Wochen niedrigschwellig ihr Unternehmen mitten in Nagold präsentieren. Nadine Schäfers füllt den Popup Store derzeit mit ihrem Fotostudio. Im Gespräch erzählt sie über Iris- und Morgenmantel-Shootings.
Ein pinker Teppich ist auf den Treppen des Pop-up-Stores ausgelegt, beim Hereinkommen bewegt man sich zwischen einer gemütlichen Wohneinrichtung mit aufgehängten Traumfängern an der Wand und technischen Geräten: Nadines Fotostories.
„Ich will langfristig sowieso nach Nagold mit dem Studio“, sagt Schäfers, momentan steht dieses noch in Ammerbuch-Poltringen. Die ursprünglich aus Wildberg kommende und mittlerweile in Vollmaringen wohnende Schäfers wolle sich daher über den Pop-up-Store als Fotografin schon einmal mit den Nagoldern bekannt machen.
Für den Monat August habe sie das Angebot des City-Verein Nagold genutzt, da in der Urlaubszeit keine Fotoshootings an Kindergärten und Schulen anstehen und sie mehr Zeit habe.
Kinderfotos besonders anspruchsvoll
Eine große Zahl an Kindern an einem Termin zu fotografieren sei besonders anspruchsvoll, sagt Schäfers. Man müsse sich beispielsweise bei Einzelfotos von 70 Kindern im Kindergarten „auf jedes Kind individuell einstellen“ – und das im Prinzip von der ersten Sekunde an. Schüchterne Kinder müsse sie eher aufbauen, bei frechen Kindern sei es manchmal besser, auch ein bisschen frech zu sein.
Sie selbst habe bereits als Kind angefangen zu fotografieren – mit sechs Jahren habe sie eine Digital-Kamera zum Geburtstag bekommen, sagt die 31-Jährige. Kaninchen, das Schuppenkriechtier Bartagame, Katzen, Meerschweinchen, ein Pferd – die vielen Tiere, mit denen sie aufgewachsen ist, seien ihr als erstes vor die Linse gekommen.
Keine verstaubten Bilderrahmen
Es folgten eine Ausbildung als Mediengestalterin, 2017 dann die Gründung ihres eigenen Fotostudios zunächst in Ergenzingen. Ende 2017 arbeitete Schäfers eineinhalb Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff mit über 2500 Gästen an Bord, deren Reise sie fotografisch begleitete. Da das Schiff unter maltesischer Flagge gefahren sei, seien auch Hochzeiten auf dem Schiff erlaubt gewesen, auf denen sie fotografiert hat.
Sie wolle kein Fotostudio „mit verstaubten Bilderrahmen“ sein, sondern bezeichnet sich als „modern, jung, innovativ“. Termine kann man bei ihr unter anderem per QR-Code mit dem Smartphone vereinbaren. Auch bietet sie aktuelle Trend-Fotografien an, wie beispielsweise „Iris-Fotografien“, in denen sie die Regenbogenhaut im Auge bildlich festhält.
Fotoshooting im Morgenmantel
„Zur Zeit das beliebteste Motiv“ seien Boudoir-Fotografien. Boudoir ist französisch und bezeichnet ein Ankleidezimmer. Ob im Morgenmantel oder beim Auftragen von Make-Up – bei solchen Foto-Sessions entstehen originelle Fotoserien, die auch als Kalendermotive für Geschenke benutzt werden könnten. Solche Sessions biete sie aber bisher nur in Poltringen an – das große Schaufenster des Popup Stores in Nagold sei für solch intime Fotografien eher ungünstig.
In Nagold biete sie dagegen verschiedene Aktionen wie Dirndl- und Trachtenshootings oder Self-love-shootings an. Bei letzterem gebe es „keine ausgefallenen Hintergründe“, sondern es gehe einfach darum, dass Kunden sich in ihrer Haut wohlfühlen und sich zeigen wie sie sind.