Mehr als 300 Gäste kamen am Samstag zur Vernissage ins Forum Kunst. Foto: Siegmeier

Die Künstlerin Karin Kneffel hat im Forum Kunst in Rottweil eine großartige Eröffnung ihrer Ausstellung mit mehr als 300 Gästen und außerordentlich guter Stimmung gefeiert.

Es sind zwei alte Bekannte, die seit Samstag im Forum Kunst zu sehen sind, aber sie haben Format. Vor 30 Jahren hingen das Pfirsichbild und das lodernde Feuer der Düsseldorfer Künstlerin Karin Kneffel schon einmal hier. Ja, die beiden vierteiligen Gemälde mit den Maßen 7,10 x 2,40 Meter wurden sogar eigens für die damalige Ausstellung gemalt.

 

„Der Raum hat mich schon damals fasziniert“, sagt Karin Kneffel im Gespräch. Und das tut er auch heute noch. Bis knapp auf die Stuckleiste unter der Decke reichen die Pfirsiche. Das Feuerbild, das 1996 horizontal hing, hat sie diesmal vertikal hängen lassen, und so lodert das Feuer, eine Art Scheiterhaufen, beeindruckend gen Himmel.

Am Samstag wurde die Schau mit dem Titel „Zurück am selben Ort“ mit mehr als 300 Gästen eröffnet. Einige Besucher erinnern sich noch an die erste Ausstellung 1996.

Einst Meisterschülerin von Gerhard Richter

Bevor sich Kneffel dem Kunststudium widmete, studierte sie Germanistik und Philosophie. Ab 19981 startete sie an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf durch. Bei Johannes Brus, Norbert Tadeusz und als Meisterschülerin bei Gerhard Richter. Nach mehreren Stipendien im In- und Ausland und zwei Gastprofessuren hatte sie 2000 eine Professur an der Hochschule für Künste in Bremen, und von 2008 bis 2023 an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Wieder im Bürgersaal ausstellen zu dürfen, fühle sich zunächst komisch an, aber auch verrückt und schön, sagt sie. Sie habe aber nicht nur die „alten Bekannten“ zeigen wollen, sondern auch etwas Neues. Madonnen-Szenen. Oder Mutter-Kind-Szenen, wie sie sagt. Über fünf Jahre habe sie sich in vielerlei Kirchen die Madonnen oder Mutter-Kind-Szenen angeschaut, sie studiert und dabei festgestellt, dass die Frauen meist gar nicht glücklich über strahlen, sondern traurige oder gar gebrochene Blicke haben. Das habe sie fasziniert, erzählt sie.

Selbstporträt und KI-Madonna

26 Paare hat sie in ihrem Atelier mit ihrer fotorealistischen Malerei auf Leinwand gebracht. Einzeln. Mutter und Kind bewusst getrennt. „Damit es nicht zu religiös wirkt“, erklärt sie. Und einige dieser Paare sind nun auf der Empore zu sehen. Unter anderem auch Karin Kneffel im Selbstporträt mit ihrem Sohn. Beeindruckend auch die Wikinger Madonna mit etwas schrägem Blick. Und sogar eine KI-Madonna gibt es zu sehen – wer sie entdeckt...

Die Ausstellung ist bis 28. Juni im Forum Kunst zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.