Mit einem Festakt im Haus des Gastes feierte die Gemeinde Königsfeld das 25-jährige Bestehen des Albert-Schweitzer-Hauses als Forum für Information und Kommunikation.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Jazzband der Zinzendorfschulen, bereichert mit der Lesung von Briefwechseln zwischen Helene und Albert Schweitzer.
Laut Bürgermeister Fritz Link fand die Eröffnung am 13. Mai 2001 unter Teilnahme des ehemaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs Erwin Teufel statt. Das Jubiläum sei Grund zu Dankbarkeit, denn zuvor hätten sich nur einzelne Bürger für Schweitzers Lebenswerk eingesetzt, vor allem Peter Munk, der Vorträge gehalten und Spenden gesammelt hatte.
Bei einem „identitätsstiftenden Bürgerprojekt“ bildeten politische Gemeinde, Herrnhuter Brüdergemeine, Historischer Verein, Zinzendorfschulen sowie Handels- und Gewerbeverein eine Trägergemeinschaft. Viele Bürger spendeten Geld.
Investition vom Land mit 248.000 Mark bezuschusst
Die Investition von 400.000 D-Mark wurde vom Land mit 248.000 Mark bezuschusst. 70.000 Mark kamen an Spenden, den Rest trug die Gemeinde. Die heutigen Betriebskosten von jährlich 20.000 bis 25.000 Euro tragen jeweils hälftig Gemeinde und Historischer Verein.
Bis heute kamen mehr als 50.000 Besucher, 30.000 Veranstaltungsteilnehmer kamen mit Schweitzers humanitärem Werk, der „Ehrfurcht vor dem Leben“ und seiner Familie in Kontakt. Ein Schwerpunkt ist auch „die Charakterisierung Helene Schweitzers als emanzipierte Partnerin“.
Link erinnerte an den Studienkreis, der die Albert-Schweitzer-Tage mit Themen wie „Kultur und Geist in der Zukunft Europas“ oder „Weltreligionen und Weltethos“ plante.
Sinn und Zweck des Forums sei die Vermittlung ethischer und humanistischer Werte an Menschen, in denen wegen Überbeschäftigung das Geistige verkümmere. Fragen nach der Wahrung des Friedens oder unserem Verständnis für Natur hätten viel mehr mit unseren kulturellen Grundlagen zu tun, als technisch-instrumentelles Denken wahrhaben wolle.
In der modernen Welt verlören Werte und alte Lebensweisheiten an Bedeutung. Sinngehalt aber sei nicht durch rationales Recht ersetzbar. Es gebe den Zusammenhang individueller Freiheit und unentbehrlicher Gemeinschaften.
Seine Ethik wirkt weiter
Schweitzers Ethik wirke in Friedens- und Menschenrechts- oder Umweltschutzbewegungen fort. Wichtig sei die Erziehung zu eigenem Denken und ethisch verantwortlicher Persönlichkeit. Er habe als bescheidener, hart arbeitender und allen Komfort meidender Mensch seine Ideale in Lambarene vorgelebt.
Robert Wolf, Vorsitzender des Deutschen Albert-Schweitzer-Hilfsvereins, erinnerte an die Bedeutung von Kommunikation und Information für Schweitzer, der nach Schätzungen 150.000 bis 200.000 Briefe, Meldungen und ähnliches schrieb.
Wolfgang Schaible, Vorsitzender des Historischen Vereins, ehrte Personen, die mindestens 15 Jahre oder bei 100 Diensten aktiv waren: Ingrid Euler, Adelheid Leibach, Daniel Müllhäuser, Emil Pfriender, Knut Schröter, Dieter und Renate Siebörger sowie Annemarie Walter, laut Schaible aber auch Fritz Link, der aber von einer Ehrung absah, da er kein Ehrenamtlicher sei.