Weil die Holzpreise deutlich steigen, plant das Forstamt für 2026 einen höheren Einschlag von 2700 Festmetern – und rechnet mit mehr als 50 000 Euro Überschuss.
Das dürfte die klamme Stadtkasse freuen. Da die Holzpreise derzeit gut sind, schlägt das Forstamt Rottweil für 2026 einen Holzeinschlag von 2700 Festmetern vor, deutlich mehr als im laufenden Jahr.
Nach vorsichtiger Kalkulation soll ein Überschuss von 50 600 Euro erwirtschaftet werden. Bei der Vorstellung des Forstwirtschaftsplans 2026 informierte Gebietsleiter Joachim Bea in der Sitzung des Ortschaftsrats zunächst über die aktuelle Holzmarktsituation. Ihm zufolge spielt die Musik beim Nadel-Stammholz. Hier ist das Preisniveau beim Leitsortiment Fichte 2b im Jahresverlauf auf 122 Euro je Festmeter gestiegen. Für die Tanne gibt es zwischen fünf und sieben Euro weniger.
Nachfrage steigt auch beim Palettenholz
Auch beim Palettenholz war eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. Die Preise bewegen sich aktuell bei rund 70 Euro pro Festmeter, berichtete Bea. Obwohl die Baukonjunktur in diesem Jahr kaum angezogen habe, seien die Preise im Jahresverlauf geklettert. Das läge daran, weil die Sägewerker im Sommer auf Käfer- und Schadholz spekuliert hätten, aber kaum welches angefallen und insgesamt wenig Holz auf dem Markt sei. „Zum anderen wird aufgrund staatlicher Förderung viel mehr mit Holz gebaut“, stellte der Forstexperte fest.
Der Durchschnittspreis pro Festmeter verkauftem Holz liege bei rund 100 Euro, „weil immer auch schlechteres Holz darunter ist“. Beim Industrieholz herrsche nach wie vor eine schwache Nachfrage, weshalb nur zwischen 30 und 35 Euro je Festmeter bezahlt würden. Beim Brennholz sei der Bedarf lokal unterschiedlich. Da lägen die Preise zwischen 45 Euro für Nadel- und 75 Euro für Laubholz. Da in der Bauindustrie ein leichter Aufschwung festgestellt werde, gehe er für 2026 von leicht steigenden Holzpreisen aus, prognostizierte der Forstgebietsleiter Schwarzwald.
Nach Auskunft von Revierförster Jörg Fehrenbacher sind im laufenden Forstwirtschaftsjahr bislang 1677 Festmeter eingeschlagen worden. 82 Prozent davon entfielen auf planmäßige Nutzung und jeweils neun Prozent auf Käferholz und Dürreschäden. Im Moment liege der Überschuss zwar nur bei 6300 Euro, es würden jedoch noch weitere Einnahmen durch Holzerlöse hinzukommen, stellte Fehrenbacher in Aussicht.
Die Wege, die durch die Holzernte in Mitleidenschaft gezogen worden seien, würden hinterher wieder gerichtet. So zum Beispiel der Neubrunnenweg beim Jupa-Grillplatz. Bereits zum zweiten Mal habe es im April mit der Firma SW eine Baumpflanzaktion im Bereich Hasel-Ost gegeben, an der 30 Erwachsene und Kinder beteiligt gewesen seien.
Revierförster kritisiert ignorierte Absperrungen
„Bei Holzerntearbeiten sperren wir immer so ab, dass es Ausweichmöglichkeiten gibt. Was gibt es da nicht zu verstehen? Jedes Jahr passieren schwere Unfälle im Wald“, ärgerte sich der Revierförster über Waldbesucher, die Absperrungen einfach ignorieren und zudem Müll hinterlassen. Hinsichtlich des für 2026 vorgeschlagenen Hiebsatzes und dem derzeitigen Preisniveau hatte Ratsmitglied Adrian Schmid einen höheren Gewinn erwartet. „Es wird stets sehr defensiv geplant, weil sehr viele Eventualitäten darin liegen. Es ist immer besser, wenn hinterher mehr rauskommt“, verteidigte Fehrenbacher die Kalkulation. Einstimmig befürwortete der Ortschaftsrat einen Hiebsatz von 2700 Festmeter im Jahr 2026 und nahm die Ergebnisse der Jahre 2024 und 2025 zur Kenntnis.