Sägewerke suchen regelrecht nach Holz. Foto: Dorn

Um die Forstwirtschaft und deren Sorgen ging es im Gemeinderat.

„Die ökologische Bereicherung ist etwas, was wir uns leisten können und wollen seitens der Stadt“, mit diesen Worten fasste Michael Buzzi für seine Ratskollegen die Ausführungen von Joachim Bea vom Forstamt und Förster Holger Wöhrle zusammen.

 

Verbesserte Preise

Bea hatte zuvor über ein in Relation zu den Katastrophenjahren 2020 bis 2023 gutes Forstjahr für den Wald und den Holzmarkt berichtet. Am Holzmarkt habe sich ausgehend vom Leitsortiment Fichte 1b der Festmeter-Preis von 105 Euro auf 122 Euro deutlich verbessert. Dem Wald hätten trotz neuerlichen Temperatur-Rekorden (zehn von zwölf Monaten seien im langjährigen Mittel zu warm gewesen) die niederschlagsreichen Sommermonate gutgetan.

Noch Anfang Mai hatte man sich im Forst nach dem trockenen Frühjahr große Sorgen um erneute Trockenschäden, beziehungsweise Käferkalamitäten gemacht. Bea ordnete dabei auch den „nassen“ Ferienmonat August ein. Über die Klimareferenzperiode von 1981 bis 2010 betrachtet habe der August gerade einmal das Niederschlagssoll erreicht.

Auf Suche nach Holz

Ohne große Mengen Schadholz im Markt seien die Sägewerke regelrecht auf Suche nach Holz. Bei schwächelnder Baukonjunktur profitiere die Branche jetzt davon, dass auch für Industriebauten wie beispielsweise neue Supermarkt-Gebäude oder Brückenbauwerke verstärkt Holz als Baustoff Verwendung fände.

Wöhrle berichtete, wie im Stadtwald kleinere Problemzonen durch geeignete Maßnahmen ökologisch entwickelt werden konnten. An „überalterten“ Standorten habe man große „Altholzwände“ entnommen. Wo diese Maßnahmen schon einige Jahre zurücklägen, zeige sich, wie beispielsweise am „Kienbächle“, eine Artenfolge wie aus dem botanischen Lehrbuch. Auf den Fingerhut folge der Sauerampfer, der bald durch mannshohe Ginsterbüsche abgelöst werde.

Faulbaum wächst heran

Im Gefolge des Ginsters wachse jetzt der Faulbaum heran, den Gämsen im Verbiss verschmähten. Im Bereich der Bachläufe werde behutsam eingegriffen und so Biotope für den gefährdeten Feuersalamander und andere Reptilien geschaffen. An einer Stelle im Stadtwald würden die Wandergäste sogar mit einem Hinweisschild dazu aufgefordert, aus der Böschung ausgebrochene Steine auf der anderen Wegseite zu einem Habitat für Eidechsen und Schlingnattern aufzuschichten. Gelegentliche Kontrollfahrten zeigten, dass dieses Angebot gerne angenommen werde.