Hauingens Ortsvorsteher Günter Schlecht kritisiert in der Sitzung des Ortschaftsrats die aus seiner Sicht zu niedrigen Einschlagsmengen im Lörracher Stadtwald.
Bei seiner Sitzung am Dienstagabend hat der Hauinger Ortschaftsrat die forstwirtschaftlichen Planungen für das neue Jahr im Lörracher Stadtwald diskutiert. Ortsvorsteher Günter Schlecht hob den Fehlbetrag von 198 170 Euro hervor, der im „Betriebsplan Forstwirtschaftsjahr 2026“ veranschlagt ist.
Gründe für das Defizit
Als Gründe für das Defizit nennt die Beschlussvorlage neben allgemeinen Personal- und Materialkostensteigerungen und umfangreicheren Verkehrssicherungsmaßnahmen den „geringeren Hiebsatz“ von 7100 Festmetern, auf den sich die Arbeitsgruppe (AG) Waldentwicklungsplan im Rahmen eines Kompromisses geeinigt hat. Die Stadtverwaltung und die Forstbehörde hatten für 2026 einen Hiebsatz von 7500 Festmetern vorgeschlagen.
Für 2025 steht laut Beschlussvorlage sogar ein Fehlbetrag von etwa 303 000 Euro zu Buche. Knapp ein Drittel davon (98 000 Euro) seien auf die vom Gemeinderat für 2025 beschlossene Verminderung der Nutzungshöhe auf 4200 Festmeter zurückzuführen.
Schlecht kritisierte vor diesem Hintergrund die „ideologische Brille“ bei manchen Mitgliedern des Gemeinderats und die damit verbundene Einschätzung, man müsse „möglichst wenig einschlagen“. Dabei würde die „gute alte Lehre der nachhaltigen Waldbewirtschaftung“ außer Acht gelassen. Wir „müssen eingreifen, um den Wald stabil zu halten“, sagte der Ortsvorsteher. Anstatt der nun für 2026 geplanten Einschlagsmenge von 7100 Festmetern „hätten es auch 7500 bis 8000 Festmeter sein können“.
Unterstützung für seine Position erhielt Schlecht von Jürgen Weltin (CDU). Über die Vorlage wird am 29. Januar im Gemeinderat abgestimmt.
Für die Forstbehörde erläuterte Theresa Faust, die Leiterin des Reviers Lörrach-Dinkelberg, die Maßnahmen der Forstbewirtschaftung. Dass eine Erhöhung des Hiebsatzes gegenüber 2025 geplant ist, könne „als zentrale Investition in Klimaschutz, Biodiversität und Lebensqualität gesehen werden“.
Ziel der Maßnahmen sei es, die Wälder zu stabilisieren, zu pflegen und den nachwachsenden Rohstoff Holz nachhaltig zu nutzen. Die Eingriffe erfolgten überwiegend außerhalb stadtnaher Waldbereiche. Parallel hierzu werde der ökologische Wert des Stadtwaldes konsequent erhalten: Das Alt- und Totholzkonzept werde fortgeführt, neue Habitatbaumgruppen würden ausgewiesen und es bestünden bereits Stilllegungsflächen, in denen kein Holz mehr genutzt werde.
Was im Hauinger Wald in diesem Jahr geplant ist
Speziell im Hauinger Wald seien 2250 Erntefestmeter Holznutzung, die Pflanzung von 9000 Bäumen und die Pflege von 5,6 Hektar Pflanzflächen geplant. Laut Faust hat der Holzeinschlag dort bereits begonnen. Gearbeitet wird am Rechberg entlang des Haberackerwegs, entlang des Stockertwegs sowie am alten Hofweg bzw. Höllbodenweg. Am Stockertgrabenweg werde zeitnah eine etwa 1 Hektar große, vom Borkenkäfer befallene Fichtenfläche geräumt und mit Eichen sowie weiteren standortgerechten, zukunftsfähigen Baumarten bepflanzt.
Der Ortschaftsrat nahm den Betriebsplan zum Forstwirtschaftsjahr 2026 und die Ausführungen Fausts zur Kenntnis und legte als Termin für die traditionsreiche Hauinger Holzversteigerung wieder den letzten Samstag im Januar, also den 31. Januar, fest. Dann werden ab 11 Uhr an der Saatschulhütte 101 Ster Buchenholz und 80 Festmeter versteigert.