Der Biber sorgt im Tuninger Forst für kontinuierlich überflutete Flächen. Foto: Erich Bieberstein

Der Forstbericht von Revierleiter Matthias Berger und Patrizia Mannßhardt für das Geschäftsjahr 2023 war für den Tuninger Gemeinderat eine gute Nachricht – es gab einen Gewinn.

Anstatt eines kalkulierten Defizits von 19 280 Euro konnte nun ein positives Ergebnis von 33 341 Euro präsentiert werden, und das Ergebnis wird sogar noch versüßt durch eine weitere Zuschusszahlung mit einer Fördersumme von 16 200 Euro, welche ganz aktuell noch eingegangen ist.

 

Die Hintergründe zu der Änderung waren deutlich höhere Holzeinschläge aus dem Bereich der zufälligen Nutzung, sprich aus Käferschäden, Sturm- und Schneeschäden. Während der planmäßige Einschlag mit 737 Festmetern deutlich unter dem Vorjahr lag, mussten 2249 Festmeter im Bereich der zufälligen Nutzung aufgearbeitet werden.

Trockener Sommer und heftiger Sturm

Einerseits machte sich hier der trockene Sommer bemerkbar, aber auch ein Sturm im vergangenen Sommer, welcher innerhalb weniger Minuten komplette Waldgebiete förmlich niedermähte, musste aufgearbeitet werden. „Zum Glück hatten wir hier trotz aller Widrigkeiten gutes Holz zu ernten, und auch der Holzpreis 2023 war unterm Strich gut“, so Förster Berger.

Freiflächen wieder bepflanzt

In ihrem Bericht zeigte die Trainee-Mitarbeiterin Patrizia Mannßhardt auch die sonstigen Aktivitäten in Tuningens Wald auf. Alle Freiflächen sind zwischenzeitlich wieder bepflanzt, und man ist ständig an der Waldpflege dran. Davon konnten sich auch viele Mitglieder des Sozialvereins ein Bild machen, die von den Forstfachleuten zu einer Begehung im vergangenen Jahr eingeladen waren. Auch die Kinder werden an das Thema Wald herangeführt, beim Kinderferienprogramm beteiligt sich der Forst regelmäßig.

Biber macht zu schaffen

Gleich zwei Wermutstropfen mussten jedoch hingenommen werden. Der Biber macht auch der Gemeinde Tuningen zu schaffen, insbesondere im östlichen Gebiet Richtung Schura sorgen die Nager für eine Seenplatte im Wald, und der permanente Wasserstand macht den Bäumen spür- und sichtbar zu schaffen. Allerdings sind dem Forst weitgehend die Hände gebunden.

Warmes Frühjahr begünstigt Borkenkäfer

Das teils sehr warme Wetter im März und April begünstigte die Entwicklung des Buchdruckers oder besser bekannt als Borkenkäfer, der jetzt bereits kräftig ausgeschwärmt ist. „Wir beobachten ständig den kompletten Wald, und wenn wir den Befall von Bäumen feststellen, werden wir auch umgehend reagieren und diese dem Wald entnehmen, bevor weitere und größere Schäden entstehen“, erklärt Berger. So spulen die Forstleute viele Kilometer bei der Begehung des gesamten Waldes ab, um schnellstmöglich aktiv zu werden.

Das nasse Frühjahr hat zumindest für eine gute Bewässerung des Waldbodens gesorgt, wenn es nun in den nächsten Monaten zumindest einige kleinere Regengüsse gibt, macht man sich über die Trockenheit in diesem Jahr weniger Sorgen.

Eine Jagdpacht neu vergeben

Ein weiterer Punkt war die Jagdpacht, die in nichtöffentlicher Sitzung für die nächsten zehn Jahre neu vergeben wurde. Während Arno Milbrand unverändert den Bereich Tuningen Nord betreut, wechselt der südliche Teil zu Sven Merz. Auch die beiden Jagdhütten werden für diesen Zeitraum an die Jäger verpachtet.

Der Förster will nun in die Gespräche mit den neuen Pächtern gehen, um über die Abschussquoten, aber auch über die Teils größeren Schäden an den Jungbäumen durch Wildverbiss zu sprechen. Diese Schäden sind ein Indikator für den Rehbestand im Tuninger Wald, und eine gezielte Bejagung ist erforderlich. Allerdings werde man keine festen Abschusszahlen vorgeben, das hängt an der jeweiligen Situation im Wald, und werde dies regelmäßig beobachten.