Beim Rundgang auf dem Gelände der Forsthochschule. Foto: HFR/HFR

Nach einer zehnjährigen Pause ließen das Kreisforstamt Tübingen und die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) die früheren „Waldtage“ wiederaufleben. Besucher konnten viele verschiedne Attraktionen erleben.

Das 750-Jahre-Jubiläum der Stadt Rottenburg war nur einer von mehreren Anlässen, die Öffentlichkeit nach längerer Pause wieder zu ganz besonderen „Tagen der offenen Tür“ an die Hochschule und in den Stadtwald einzuladen, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule.

70 Jahre forstliche Ausbildung am Schadenweilerhof, 45 Jahre seit die Höhere Forstschule zu einer Fachhochschule (heute: Hochschule für angewandte Wissenschaften) wurde, ein großer Personalwechsel in der unteren Forstbehörde (Kreisforstamt), aber vor allem das in den beiden Corona-Jahren spürbar gestiegene öffentliche Interesse der Bürger an ihrem Wald, der zuletzt durch die Hochwasserlage wieder deutlich gewordene Klimawandel und die Frage, was man dagegen tun könnte, waren weitere Anlässe.

Eröffnung durch Staatssekretärin

Die HFR startete am Samstagvormittag mit ihrem Studieninformationstag, in dem sich die acht Studiengänge jungen Studieninteressierten vorstellten.

Zum Nachmittag ging dieser Programmteil in die gemeinsamen Wald- und Zukunftstage des Kreisforstamtes und der HFR über. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR), Sabine Kurtz, den Landrat des Landkreises Tübingen, Joachim Walter, und den Finanzbürgermeister der Stadt Rottenburg, Hendrik Bednarz, mit einem gemeinsamen Rundgang entlang der vielen Attraktionen.

Die Veranstalter freuten sich außerdem über den spontanen Besuch des früheren Landesforstpräsidenten Fridolin Wangler, der sich dem Rundgang gerne anschloss.

Vielen Attraktionen erleben

In zahlreichen Stationen auf dem Campus und in den Gebäuden präsentierte die Hochschule ihre gesamte fachliche Breite von der Forstwirtschaft über die erneuerbaren Energien, das Management des Wassers, die Holzwirtschaft, das Bauen mit Holz, bis hin zur nachhaltigen Regionalplanung. Betreut wurden die Stände von Lehrenden und Studierenden der Hochschule.

Dieser Stationenpark mündete nahtlos in den Waldparcours des Forstamts, in dem von dessen Mitarbeitern aktuelle Aspekte, Herausforderungen, Techniken und Lösungsansätze der modernen Forstwirtschaft präsentiert wurden. Die Stationen wurden von einigen Partnerunternehmen und Vereinen unterstützt, die das Angebot thematisch ergänzten. So war für jede und jeden viel geboten – für Erwachsene und für Kinder.

An beiden Tagen boten das kulinarische Angebot der Hochschulmensa (Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim), das Festzelt im Innenhof und die musikalische Unterhaltung einen Ort, an dem man sich setzen, ausruhen, mit Kaffee, Kuchen, mit Linsen und Spätzle oder auch mit Wildragout stärken konnte.

Während der Publikumszuspruch am Samstag, vermutlich wegen des unsicheren Wetters, noch etwas verhalten war und insbesondere die Abendveranstaltung mit Livemusik im Innenhof der Hochschule mehr Gäste verdient hätte, ließ der sehr gut besuchte ökumenische Freiluft-Gottesdienst des studentischen Bibelkreises am Sonntagmorgen schon erahnen, was sich im Tagesverlauf bestätigen sollte: von 11 Uhr bis 17 Uhr strömten tausende Besucher auf das Hochschulgelände und in den Wald. Das Wetter machte mit, heißt es in der Mitteilung.

Ein Zentrum forstlicher Kompetenz

Viele Familien mit Kindern bestimmten das Bild, ehemalige Studierende trafen auf ihre aktuellen Nachfolger, das Hämmern aus einem Zelt, in dem man selbst Vogelhäuschen bauen konnte, verstummte so gut wie nie, Einblicke in die historische Kunst der Holzwaffen, Informationen zu Balkon-Solaranlage, Informationen über aktuelle Forschungsprojekte, beeindruckende Forstmaschinen im Wald, waldpädagogische Angebote für Kinder, ein Pferd beim Holzrücken oder die Hunde des Bundesverbandes Rettungshunde oder eine Jagdhunde-Schau boten ein buntes Programm, das buchstäblich zum Anfassen, zum Mitmachen und auch zum Nachfragen einlud.

Mit dieser gemeinsamen Veranstaltung unterstrichen die Hochschule und das Kreisforstamt und gemeinsam mit allen beteiligten Partnern eindrucksvoll, dass Rottenburg, neben Freiburg, ein Zentrum forstlicher Kompetenz im Land und einer engagierten Arbeit zur Lösung vieler herausfordernder Zukunftsthemen ist.