Der technische Ausschuss des Furtwanger Gemeinderates hat den Forsthaushalt 2026 besprochen. Außerdem ging es um die aktuelle Waldsituation.
Der Forsthaushalt für das kommende Jahr 2026 war das Thema im technischen Ausschuss des Furtwanger Gemeinderates. Dafür waren Frieder Dinkelaker, Leiter des Forstamtes Schwarzwald-Baar, und der Furtwanger Revierförster Patrick Egle im Ausschuss zu Gast und stellten hier die aktuellen Entwicklungen im städtischen Wald vor.
Aktuelle Entwicklungen Im ersten Teil gab Forstamtsleiter Dinkelaker einen kurzen Überblick über die aktuelle Entwicklungen im Bereich Holz und Wald. Die zentralen Fragen bei der Waldbewirtschaftung seien „Wie geht es dem Wald?“ und „Was macht der Käfer?“.
Das aktuelle und vergangene Jahr seien zwei gute Jahre für den Wald gewesen. Es gab wieder einmal gute Niederschläge. Die Population der Borkenkäfer werde schwächer. Zum einen sind die Schädlinge inzwischen anfälliger für Krankheiten, zum anderen herrschte kühles und damit für die Käfer ungünstiges Wetter.
Ein großes Lob hatte Frieder Dinkelaker für die Waldbesitzer. Sehr schnell werde hier jeder angeschlagene Baum aus dem Wald geholt. Aktuell habe man dadurch im Wald eine komfortable Situation. Aber das sei keine Entwarnung. Nur sechs Wochen trockenes Wetter im kommenden Jahr würden die Situation wieder grundlegend ändern.
Insgesamt ginge in Deutschland der Wald zurück, weil unter anderem alte Bestände wie in Furtwangen gefällt werden müssen. Dabei sei die Nutzung dieses Holzes, das viel Kohlenstoff bindet, von Bedeutung. Wenn das Holz im Bau verwendet wird, sei es für viele Jahre gebunden und könne den CO₂-Gehalt nicht erhöhen. Insgesamt sei Holz sehr gefragt, was auch zu guten Preisen bei der Holzernte führe. Auf dem Markt findet sich weniger Holz als aktuell benötigt werde.
Aktionen mit Kindern und Schulen
Weitere Aktionen Der Furtwanger Förster Patrick Egle berichtete anschließend über verschiedene Themen im Furtwanger Wald. Für die Ökologie war es von großer Bedeutung, dass im vergangenen Jahr große Flächen mit kräftiger Unterstützung des Landes gekalkt werden konnten.
Abgeschlossen werden konnte auch eine Ausgleichsmaßnahme mit einer Bepflanzung am Großhausberg oberhalb des Fahrradweges. Auf 21,4 Hektar insgesamt wurde auch der Jungbestand der Bäume wieder gepflegt und gefördert. Dabei fand man im Wald sogar ein Schrott-Fahrzeug. Der Halter konnte aber scheinbar inzwischen ermittelt werden.
Erfolgreich waren auch die Aktionen mit Kindern und Schulen im Wald, so mit den drei Furtwanger Naturparkschulen sowie einer Abschlussklasse aus Marbach.
Haushalt Beim Haushalt stellte Patrick Egle die Zahlen aus drei Jahren vor. Nach einem Ertrag im Jahr 2023 von 178 000 Euro und 2024 und 213 000 Euro hatte er für das laufende Jahr lediglich etwa 48 000 Euro kalkuliert. Das vorläufige Ergebnis sieht aber deutlich besser aus, auch dank des guten Holzpreises. Da es keine Probleme mit Sturm oder Käfer gab, war die Menge des geernteten Holzes etwas geringer. Trotzdem liegt das Ergebnis aktuell mit 123 000 Euro deutlich über dem kalkulierten Ertrag.
3700 Festmeter Einschlag geplant
Ausblick Auch für das kommende Jahr sind wie dieses Jahr 3700 Festmeter Einschlag geplant, zuzüglich ungeplanter Nutzungen wie Sturm. Allerdings sinkt aktuell der Waldbestand in Furtwangen, da viele alte Bäume noch zur Ernte anstehen. Er bestätigte auf Anfrage, dass man nach dem Abbau des „Altholzberges“ in einigen Jahren den Einschlag deutlich reduzieren muss. Der Zeitpunkt ist aber nicht kalkulierbar.
Holz-Zertifizierung Schließlich analysierte Patrick Egle die aktuelle Holz-Zertifizierung mit FSC. Er empfahl aber zur Zertifizierung mit PEFC zu wechseln. Die Zertifizierung bei FSC sei wesentlich aufwendiger, auch etwas teurer, mache sich aber dann beim Holzverkauf nicht bemerkbar.
Der Ausschuss akzeptierte den vorgelegten Forsthaushalt und schloss sich der Empfehlung an, von FSC zu PEFC zu wechseln. Entscheiden wird dies dann der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung.