Björn Waidelich stellte alle wichtigen Zahlen zum städtischen Wald vor. Foto: Schwarz

Der Stadtwald Freudenstadt hat im Jahr 2023 einen soliden Überschuss von 288 070 Euro erwirtschaftet. Geplant waren allerdings knapp 100 000 Euro mehr. Der Schadholzanteil lag deutlich unter dem Bundesschnitt.

Den Vollzug des Forstwirtschaftsjahrs 2023 und die aktuellen Zahlen für das laufende Jahr präsentierte Forstbereichsleiter Björn Waidelich in der jüngsten Gemeinderatssitzung nach dem Waldbegang. Der Freudenstädter Stadtwald umfasst eine Gesamtfläche von 3321 Hektar. Die Stadt gehört damit zu den größten kommunalen Waldbesitzern in ganz Baden-Württemberg.

 

31 765 Festmeter Holz wurden im Jahr 2023 genutzt, 26 684 Festmeter davon planmäßig. Der Anteil des Käferholzes betrug 4584 Festmeter, der Rest des Schadholzes war Stürmen und der Dürre geschuldet.

Mit einem Schadholzanteil von 16 Prozent insgesamt lag der Stadtwald deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 55 Prozent. „Das zeigt, dass wir doch einen relativ stabilen Wald haben“, sagte Waidelich.

Klimareseliente Sorten

Um den Wald auch für die Zukunft zu rüsten und an den Klimawandel anzupassen, wurden in den letzten vier Jahren 10 000 Pflanzen und 27 klimaresiliente Baum- und Straucharten gesetzt – zum Beispiel Eichen, Douglasien und Feldahorn. Die Förderung für die Waldbewirtschaftung betrug 126 843 Euro insgesamt. „Das ist eine ganze Menge, wir haben aber auch jeden Fördertopf ausgenutzt“, sagte Waidelich dazu.

Doch mit solchen Summen ist es offenbar vorerst vorbei. Im aktuellen Jahr werde nur noch der Mehrbelastungsausgleich bezahlt, alle anderen Förderungen fielen weg, erklärte Waidelich. Aus seinem Unverständnis über diese Politik, die anstatt dessen jetzt vorzugsweise Flächenstilllegungen und Totholz-Anreicherungen fördere, machte Waidelich kein Geheimnis. „Für mich ist das der völlig falsche Weg.“

Insgesamt lag der finanzielle Aufwand im Jahr 2023 bei knapp 2,32 Millionen Euro, der Großteil davon (1,52 Millionen) entfiel auf die Holzverarbeitung. Die Erlöse insgesamt lagen bei 2,6 Millionen Euro. Die um 228 000 Euro geringeren Erlöse im Bereich der Holzverarbeitung waren den geringeren Holzpreisen geschuldet. Aktuell gingen die Preise aber wieder leicht nach oben, berichtete Waidelich. Mit den Holzerlösen würden im Wald alle touristischen Leistungen, die Wegeunterhaltung, die Hütten, Loipen und Winterwanderwege finanziert.

Gut im Plan

Im Jahr 2024 wurden bisher 26 300 Festmeter der geplanten 30 000 Festmeter eingeschlagen. Damit liege man gut im Plan, meinte Waidelich.

Ansonsten habe sich der Käferholzanteil im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der feuchten Witterung halbiert. Die Mannschaft reagiere auf Käferholz aber auch immer sehr schnell. Um dieses Schadholz auch schnell zu entdecken, arbeite man auch mit Drohnen.

Auf Frage von Axel Reich (CDU) betonte Waidelich, dass der Abstand des Stadtwalds zum Nationalpark groß genug sei, um vor dem dortigen Borkenkäfer geschützt zu sein.