Die Forstarbeiten im Palmenwald in Freudenstadt sind weitgehend abgeschlossen. Restarbeiten, Holzabfuhr und Instandsetzung der Wege sollen bis Weihnachten erfolgen.
Jochen Armbruster, Revierleiter im Stadtwald, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Es hat alles problemlos funktioniert. Darüber sind wir froh. Denn die Arbeiten waren nicht einfach.“
Rund 40 Hektar Waldfläche wurden laut einer Mitteilung der Stadt durchforstet, entlang der Lauterbadstraße von der „Waldlust“ bis zur Einfahrt zum Hotel „Fritz Lauterbad“. Die obere Grenze des Gebiets bildete der Logentannenweg.
Schätzungsweise 2400 Festmeter wurden eingeschlagen. „Da war alles dabei, auch viel Starkholz, das nur noch von wenigen Sägewerken verarbeitet werden kann“, so Armbruster. Alle geschlagenen Stämme werden von Betrieben im Umkreis von 60 Kilometern aufgekauft.
16 Arbeiter, drei Maschinen
Am 24. November hatten die Arbeiten begonnen. 16 Forstarbeiter und drei große Maschinen waren im Dauereinsatz, darunter die eigene Ausbildungsstelle, die Forstwirte und die Mitarbeiter eines Privatunternehmens. Die Zusammenarbeit habe tadellos funktioniert. Den Aufwand beschreibt der Revierleiter als groß. Vor allem die riesigen Bäume in der Nähe von Wohnhäusern und Straßen können nicht einfach gefällt werden.
Ein Mitarbeiter stieg mit Leiter und Gurtzeug am Stamm hinauf, um zwei Seile anzubringen, die mit den Forstschleppern verbunden wurden. Diese Sicherung verhinderte, dass die Bäume auf Grundstücke oder gar Wohnhäuser stürzen konnten. Straßen und Wege mussten zeitweise aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.
Auch sonst hat der städtische Forstbetrieb laut der Mitteilung viel Aufwand betrieben, um die Einschränkungen für Anlieger, Straßenverkehr, Urlauber und Waldbesucher so gering wie möglich zu halten. Bewohner des Bezirks und Hotels wurden vorab informiert, Umleitungen selbst auf Wanderwegen ausgeschildert und Sperrungen durch Ampelregelungen auf das geringstmögliche Maß beschränkt. „Dadurch gab es praktisch keine Beschwerden“, so Armbruster. Außerdem seien die Arbeiten gezielt auf den Herbst gelegt und nicht im Sommer ausgeführt worden.
Der Palmenwald liegt den Freudenstädtern und den Gästen am Herzen. Um 1900 entschied die Stadtverwaltung, die Bewirtschaftung aus touristischen Gründen auf einen Plenterwald umzustellen. Es ist zwar immer noch ein Wirtschaftswald. Er handelt sich jedoch um einen Mischwald mit allen Baumgenerationen und vielen mächtigen Bäumen auf engstem Raum, warum man ihn auch als „Urwald“ bezeichne. Heute erfülle der Palmenwald dadurch vielfältige Funktionen, sei nicht nur Holzlieferant, sondern auch ökologisch, touristisch und als Naherholungsgebiet wertvoll.
Letzte Aktion vor 15 Jahren
Allerdings brauche auch ein Plenterwald bisweilen eine Durchforstung, um seine Struktur nicht zu verlieren. Damit Licht auf den Boden fallen und die Natur sich verjüngen könne, müssten auch große Bäume gefällt werden. Es mache ohnehin Sinn, sie zu ernten, ehe sie selbst zerfallen. Auch zum Schutz der Anlieger und Verkehrsteilnehmer sei die Aktion wichtig gewesen. „Manche Bäume neigten sich stark Richtung Wohnsiedlung. Andere waren an den Kronen abgestorben oder hatten bereits Fäule in den Stämmen.“
Die letzte Durchforstung des Palmenwalds liege rund 15 Jahre zurück. „Jetzt ist das Thema für die nächsten zehn Jahre erledigt“, so der Revierleiter. Nun könne sich wieder ein auch optisch schöner Wald mit Heckenrand und einem sich anschließenden Hochwald bilden. „Das wächst wieder sehr schnell“, sagt Armbruster. Ein weiterer positiver Effekt: Der Blick auf die alte „Waldlust“ ist jetzt frei. Auch die Häuser entlang der Lauterbadstraße bekommen wieder mehr Sonne.