Der Klimawandel setzt auch die Schiltacher Wälder unter Druck. Künftig dürften in der Naturverjüngung Sämlinge anderer Baumarten das Rennen machen, wo heute noch Fichte und Tanne dominieren. Foto: Dorn

Der Zustand des Waldes in Schiltach war Thema im Gemeinderat.

„Wir wollen den Wald als Klimaschützer und natürliche Klimasenke auf einem hohen Niveau erhalten. Daher setzen wir den eingeschlagenen Weg zur Entwicklung klimaresilienter Mischwälder konsequent fort. Denn jüngere Wälder haben einen höheren Zuwachs und binden mehr Kohlenstoffdioxid“: Diese vom baden-württembergischen Minister Peter Hauk bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts im November geäußerte Einschätzung hat auch für den Schiltacher Stadtwald Gültigkeit.

 

Dies wurde bei der Vorstellung des Forstbetriebsplans durch Joachim Bea, Gebietsleiter Schwarzwald im Forstamt Rottweil und der Schiltacher Revierförster Holger Wöhrle im Gemeinderat deutlich. Bea blickte zunächst auf die Niederschlags- und Temperaturdaten der vergangenen zwölf Monate zurück. Bis auf den August waren alle Monate sehr feucht und die Wasserspeicher im Waldboden konnten sich gut erholen. Im Vergleich zur Klimareferenzperiode 1981 bis 2010 waren alle Monate zu warm. Der Februar 2024 war sogar der wärmste Februar seit 1948. Für die im Jahr 2025 anstehende Forsteinrichtung für die kommenden zehn Jahre würden diese alarmierenden Zahlen mit Sicherheit berücksichtigt.

Erhöhter Hiebsatz

Aktuell musste der in der „alten“ Forsteinrichtung vorgesehene Hiebsatz bedingt durch die Zwangsnutzung von Käferholz erneut „überschlagen“ werden, konstatierte Wöhrle. Ein erhöhter Hiebsatz sei auch zukünftig nötig, um das Alter im Stadtwald „herunterzubügeln“.

Der Blick auf die Entwicklung der Preise am Holzmarkt zeige, dass im Leitsortiment Fichte/Tanne Stammholz von älteren/stärkeren Bäumen nicht mehr Ertrag abwerfe als Stämme von weniger alten Bäumen. Das Preisniveau verharre schon einige Jahre auf dem Niveau von 100 Euro pro Festmeter, müsste aber unter Zurechnung der Inflationsrate eigentlich bei 130 Euro liegen, wolle man mit dem Forst noch Geld verdienen, so wurde vom städtischen Forstbetrieb lediglich ein Gewinn von 9000 Euro erreicht. Künftig müsse sich das Betriebsergebnis aus dem Schiltacher Stadtwald wohl eher an der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes messen lassen, beispielsweise dem Wert des „Bodenschutzwalds“ an den Steilhängen.

Selbstheilungskraft des Waldes

Für die Klimaresilienz hofft Wöhrle auf die Selbstheilungskraft des Waldes, an den Standorten, wo sich bei der Naturverjüngung bisher die Fichte als schnellwachsender Lichtbaum durchgesetzt habe, würden sich künftig Sämlinge durchsetzen, die besser mit Trockenperioden zurechtkämen. Auf mehreren Flächen werde zusätzlich Aufforstung und Jungbestandspflege betrieben, hier müsse man aber in langen Zeiträumen denken und auch mal eine Fläche sich in Ruhe entwickeln lassen.