Über die Folgen des Sturms aus dem Jahr 2023 wurde beim Waldbegang gesprochen. Foto: Stadtverwaltung Rosenfeld

Beim Waldbegang in Täbingen war das Kernthema der Sommersturm 2023 und die Bewältigung der Folgen.

Mit einem blauen Himmel wurde Ende Januar eine große Zahl an Ortschafts- und Gemeinderäten sowie Privatwaldbesitzenden, Bürgern und Jägern zum jährlichen Waldbegang der Stadt Rosenfeld empfangen. Im Täbinger Hau begrüßten Bürgermeister Thomas Miller und Forstamtsleiter Christian Beck die Zuhörerschaft.

 

Kernthema der Veranstaltung war der Sommersturm 2023 und die Bewältigung der Folgen. Eindrücklich stellte Elias Musiol, Trainee des Forstamts, die Situation unmittelbar nach dem Sturmgeschehen vor: Eine Windhose hatte mehrere Hektar Wald verwüstet und hinterließ über 9000 Festmeter Sturmholz im gesamten Stadtwald – eine Menge, die den gesamten planmäßigen Jahreseinschlag überstieg.

Hänge mit Douglasie und Spitzahorn bewaldet

Die entstandenen Freiflächen forsteten die beiden Revierleitenden Maike Rojek und Stephan Kneer in den vergangenen Jahren stetig wieder auf. Auch in Täbingen wurde einer der am stärksten betroffenen Hänge mit Douglasie und Spitzahorn wieder bewaldet. Ein Kontrast zeigte sich auf einer weiteren Fläche: Hier wurde die sehr wüchsige Naturverjüngung mit Eichen-Trupp-Pflanzungen um eine klimaresistente Baumart ergänzt. Diese vergleichsweise kostengünstige Methode erklärte die Praxissemesterstudentin Anne Klaß der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.

Bei durchschnittlich neun Euro pro Setzling (inklusive Wuchshülle und Arbeitszeit) wären die Pflanzungen ohne eine Förderung eine finanzielle Herausforderung, erklärte Büroleiterin Julia Kneer. Die von ihr vorgestellte baden-württembergische Förderung „Nachhaltige Waldwirtschaft“ greift an diesem Punkt ein und erlaubt so Kommunen wie Privatwaldbesitzern etwa eine Wiederbewaldung nach Extremwetterereignissen.

Mit eben dieser Förderung entstand auch ein Tannenvorbau, den der zuständige Revierleiter Stephan Kneer im Anschluss präsentierte. Indem sturm- oder käfergefährdete Wälder mit Tannen oder Buchen unterpflanzt werden, können diese bereits vorsorglich um stabilere Baumarten ergänzt werden und bei Sturmschäden eine Grundlage für eine neue Waldgeneration darstellen.

Eine Besonderheit des Rosenfelder Stadtwalds stellte Revierleiterin Maike Rojek vor: Insbesondere unter labilen Fichtenwäldern wurde vor circa 20 Jahren eine Ahornsaat breitwürfig auf Schnee ausgebracht. Die Schneedecke stellte für das Saatgut ideale Keimbedingungen dar, da bei der späteren Schmelze direkt Wasser bereitgestellt und die Samen in die Erde eingeschwemmt wurden. Der Bergahorn konnte sich dadurch in großer Zahl in den Wäldern etablieren.

Waldhaushaltsplan 2026 dem Gremium vorgelegt

Der Rückweg lief an einer Fläche vorbei, die Stephan Kneer und Bürgermeister Miller gut in Erinnerung geblieben war. Trotz des Winterwetters pflanzten sie zusammen mit Christian Beck, Maike Rojek sowie einem Team der Firma Blickle im Zuge einer Baumpflanzaktion im Herbst 2024 eine bunte Klimamischung in einen vom Käfer abgeräumten Hang.

Rechtzeitig für die nachfolgend anberaumte Waldsitzung fand der Waldbegang an der Täbinger Festhalle sein Ende. Im Gasthaus Löwen legte Christian Beck den Waldhaushaltsplan 2026 dar und zeigte sich optimistisch, dass ein positiver Jahresabschluss erreicht werden könne. Bürgermeister Miller bedankte sich für die gute Arbeit des Forsts und erläuterte klar: Waldbau muss als Generationenvertrag betrachtet werden.