Der Obernheimer Gemeinderat hat sich die Pläne des Forstbetriebs für das kommende Jahr angeschaut. Foto: Hildenbrand

Der Obernheimer Gemeinderat hat sich die Pläne des Forstbetriebs für das kommende Jahr angeschaut. Auch über die Obergrenze der Brennholzpreise wurde diskutiert.

Obernheim - Was der Forstbetrieb für das kommende Jahr plant, haben der Leiter der Forstamtsaußenstelle Albstadt, Klaus Richert und Revierleiter Klaus Dreher den Obernheimer Gemeinderäte vorgestellt.

Laut Richert fällt der Nutzungs- und Kulturplan recht überschaubar aus. Der Gesamteinschlag werde mit 4300 Festmetern geplant, da man auf dem Holzmarkt aktuell wieder recht gute Preise erzielen könne. Daher werde über den jährlich 4250 Festmetern geplant, die im Betriebsplan der Jahre 2020 bis 2029 festgehalten sind.

Der Jungbestand erstrecke sich auf einer Fläche von 16,4 Hektar.Schlagpflege sei auf einer Fläche von 20 Hektar geplant, Kultursicherung und Kulturförderung auf einer Fläche von zwei Hektar. Vor allem in der stillgelegten Deponie Eschental gebe es noch Einiges zu tun, berichteten Richert und Dreher. Der Gemeinderat befürwortete den Nutzungs- und Kulturplan ohne Gegenstimme.

Entwicklung für 2023 ist unsicher

Anschließend ging es an den Waldhaushaltsplan 2023: Darin sind Einnahmen in Höhe von rund 352 000 Euro geplant. Das meiste davon, 342 440 Euro, sollen durch Verkaufserträge in die Kasse gespült werden. Doch dies sei vorsichtig kalkuliert, da das Jahr 2023 unter einem recht unsicheren Stern stehe.

Das zurückliegende Jahr 2021 hingegen ist laut Richert eines der besten der deutschen Sägeindustrie gewesen. Doch mit Blick auf das kommende Frühjahr seien die Auftragsbücher bei vielen noch leer: "Wir wissen einfach nicht, wie es mit den Preisen im Frühjahr weiter geht", sagte Richert.

Die vorgesehenen Ausgaben im Jahr 2023 belaufen sich auf 259 000 Euro, das meiste davon fließt in die Unterhaltung der Infrastruktur: Wegeunterhaltung, die Deponie Eschental, die Rückemaschine und weitere kleinere Posten. 5000 Euro sind an Investitionen eingeplant, etwa für den Kauf von Waldgrundstücken. Unterm Strich wird für 2023 mit einem positives Ergebnis in Höhe von 93 000 Euro gerechnet. Das Gremium votierte einstimmig für den Forstbetriebsplan 2023.

Das Brennholz wird teurer

Wie viel künftig für Brennholz in Obernheim berappt werden muss, war ebenfalls Thema. Die Aufarbeitung werde teurer und dem müsse Rechnung getragen werden. "Wir können das Brennholz nicht verschenken", betonte Bürgermeister Josef Ungermann. Dreher wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man sich glücklich schätzen könne, überhaupt noch Brennholz zu bekommen. Dies sei an vielen anderen Orten schon gar nicht mehr der Fall. "Die Brennholzgier ist in allen Kommunen vorhanden", bestätigte Richert. Die Aufarbeitungskosten für das Holz seien um rund 20 Prozent angestiegen.

Klar ist, dass der Brennholzpreis angepasst werden müsse, doch um wie viel? Bisher lag die Obergrenze bei 65 Euro. Gemeinderat Jürgen Moser gab zu bedenken, dass derzeit jeder von den überall steigenden Kosten arg gebeutelt sei. "Ich würde gerne moderat bleiben bei der Preissteigerung. Wir schützen damit gewissermaßen die Bevölkerung", erklärte er. Anders sah es sein Ratskollege Frank Oehrle: "Wir können es nie gerecht machen."

Diskutiert wurden Preise zwischen 80 und 90 Euro als Obergrenze. Josef Ungermann schlug die goldene Mitte von 85 Euro als Obergrenze vor. Das sind immerhin gut 30 Prozent. Immerhin werde jeder, der fertig bearbeitetes Holz über einen Händler beziehe, ohnehin deutlich mehr bezahlen. Somit votierte das Obernheimer Gremium mehrheitlich bei einer Gegenstimme dafür, den Verkaufsrahmen für die Brennholzversteigerung im holländischen Verfahren für das Forstjahr 2022/2023 auf die Obergrenze von 85 Euro und die Untergrenze von 70 Euro je Festmeter festzusetzen.