Die Forstverwaltung übt den Spagat zwischen Naherholung, Verkehrssicherung und wirtschaftlicher Nutzung. Das wurde in der Sitzung des Brombacher Ortschaftsrats deutlich.
Der Ortschaftsrat Brombach befasste sich bei der ersten Sitzung im neuen Jahr mit dem „Betriebsplan Forstwirtschaftsjahr 2026 für den Stadtwald Lörrach“. An Stelle der verhinderten Ortsvorsteherin Silke Herzog wurde die Sitzung von deren Stellvertreterin Lisa Maria Bürgelin geleitet.
Neuer Revierleiter
Seit März des vergangenen Jahres ist Jakob Jetter der Forstrevierleiter für den Bereich Lörrach–Weil am Rhein. Bevor er nach Lörrach kam arbeitete er in Titisee-Neustadt im Bereich Löffingen.
In einer breit angelegten Präsentation ging Jetter auf die Herausforderungen durch die Klimaveränderung ein. Langfristig sei ein Umbau und eine Anpassung auf die veränderten Umstände wie Temperatur und Niederschlagsverhalten unumgänglich. Dabei müsse in Generationen gedacht werden.
Die Forstbestände
Aktuell wird der Wald in und um Lörrach von der Buche, in größerem Abstand gefolgt von der Eiche, beherrscht. Ein breites Spektrum von Baumarten ist zur Erhaltung der Ökosystemleistung nützlich. Zur Waldpflege sei es unumgänglich, gezielt Bäume zu entnehmen, um das Wachstum der benachbarten Bäume zu begünstigen. Ferner müsse auf die Verkehrssicherheit geachtet werden. So mussten am Haldenweg und der Schopfheimer Straße solche Maßnahmen ergriffen werden.
Zur Waldpflege gehöre auch die Entnahme von geschädigten oder von Schädlingen befallener Bäume.
Leistungen des Waldes
Neben der direkten wirtschaftlichen Bedeutung dient der Wald auch der Naherholung der Bürger. Dieser Faktor lässt sich nicht in Geld beziffern und läuft oft entgegengesetzt der wirtschaftlichen Überlegungen. Ferner leistet der Wald auch einen Beitrag zum Hochwasserschutz und beeinflusst das Mikroklima. In der Präsentation heißt es: „Da der Stadtwald Lörrach großflächig der Erholungsnutzung dient, sollen ansprechende Waldbilder soweit als möglich entstehen beziehungsweise erhalten bleiben.“ Hier müsse ein tragbarer Kompromiss gesucht und gefunden werden. Die Ziele seien: Den klimagerechten Waldumbau fortzusetzen, die Pflanzung resistenter Baumarten voranzutreiben und dabei stabile Mischbestände anzulegen. Diese Maßnahmen zusammengenommen übersteigen die zu erwartenden Erträge aus der Waldnutzung erheblich. So rechnet die Forstverwaltung im Jahr 2026 mit einem Fehlbetrag von 198 000 Euro.
Fragen aus dem Rat
Thomas Böhringer (SPD) fragte nach Holz, das nach der Durchforstung im Wald zurückgelassen werden. Das sei für den Laien sehr unverständlich. Jakob Jetter gab zu bedenken, dass dieses Holz Nährstoffe für den Waldboden enthielte. „Auch Totholz hat seine Aufgabe im Ökosystem“, sagte er. Ferner Fragte Böhringer, ob sich der Wald in Brombach nach den teils massiven Einschlägen der vergangenen Jahre erholt habe. Das Erholungstempo habe stark mit den jeweiligen Niederschlägen zu tun und könne nicht vorab eingeschätzt werden. Rückblickend seien die Niederschläge in Lörrach nicht sehr gut ausgefallen, lautete die Antwort.
Der Ortschaftsrat gab ein einhellig positives Stimmungsbild ab.