Im Ebhauser Rathaus kann man sich im Bereich der Erddeponie die Energiegewinnung durch Photovoltaik gut vorstellen. Foto: Priestersbach

"Die Erddeponie ist prädestiniert für Photovoltaik", machte Bürgermeister Volker Schuler in der jüngsten Sitzung des Ebhauser Gemeinderats deutlich. Das Gremium sprach sich anschließend einstimmig für die Aufstellung einer entsprechenden Anlage aus – was vom Forst allerdings noch rigoros abgelehnt wird.

Ebhausen - Die Erddeponie befindet sich auf Ebershardter Gemarkung an der Kreisstraße zwischen Mindersbach und Wart. Aktuell läuft ein Erweiterungsverfahren, um zusätzliche Deponie-Kapazitäten aufzubauen. In diesem Rahmen ist bislang vorgesehen, den bisherigen Deponieraum wieder aufzuforsten und zu renaturieren. Nachdem das Land Baden-Württemberg künftig zwei Prozent der Flächen für die Gewinnung von erneuerbaren Energien bereitstellen möchte, reifte im Rathaus der Gedanke, die Erddeponie nicht zu renaturieren, sondern die Fläche mit Photovoltaik zu belegen.

"Noch zügiger auf Sonnenenergie setzen"

Durch die aktuellen Diskussionen im Energiebereich sieht sich Volker Schuler in diesen Überlegungen nochmals bestätigt. Zumal zwei Prozent der Fläche alleine für Ebhausen und seine Ortsteile 50 Hektar ausmachen würden. Vor diesem Hintergrund will man die bislang kaum von Erfolg gekrönte Werbung für Photovoltaik auf privaten Bestands- und Neubauten fortsetzen, und auf den restlichen Gebäuden in Gemeindebesitz noch zügiger als bisher die Sonnenenergie nutzen. Gleichzeitig müsse aber auch intensiv geprüft werden, welche Randflächen und andere vorgenutzten Flächen sich für den Einsatz von Solaranlagen eignen.

Im Rathaus denkt man beispielsweise an die Kläranlage in Wenden oder Schutzstreifen an Gewerbegebieten – und eben an die rund zwei Hektar große Fläche im Wiederaufforstungsbereich der Erddeponie. "Die Kapazitäten müssen erhöht werden – und wenn es auf solchen Flächen nicht geht, wo sonst", machte der Rathauschef deutlich. Ebenso sprach er sich gegen den Einsatz von Ackerflächen zur Stromerzeugung aus, wie es teilweise auch in der Region schon praktiziert werde. "Wir sehen bei der Produktion von Nahrungsmitteln immer noch den Vorrang gegenüber der Energieerzeugung", betonte Volker Schuler.

Forst erhebt Einspruch

Bei einem Ortstermin zur Deponieerweiterung wurde der Vorschlag von der Forstverwaltung allerdings rundweg abgelehnt. Der Forst werde sich gegen Photovoltaik im Wald wehren und beharre auf der in der Genehmigung für den Betrieb der Erddeponie festgelegt Wiederaufforstung. Im Ebhauser Rathaus sieht man dies jedoch anders und will bei dem Thema auch die Landkreisspitze und die Landesregierung einschalten. Für Volker Schuler ist klar: "Wenn wir solche Optionen nicht nutzen können, wird die Energiewende und Autarkie nicht gelingen."

Räte geben Photovoltaik den Vorzug

Rückenwind erhielt die Verwaltung bei diesem Thema aus dem Gemeinderat. So sprach der Ebershardter Ortsvorsteher und SDW-Rat Jochen Hammann mit Blick auf die Erddeponie von der "einmaligen Gelegenheit, eine Brachfläche für Photovoltaik zu nutzen", während auch Thomas Wiedmaier und Hans Barucha (BWG) das Vorhaben unterstützen. "Wir müssen diese Nutzung forcieren und in Angriff nehmen", erklärte Wiedmaier.

Für BWG-Rat Bernd Krebs fällt hier die Abwägung zwischen Wald oder Energiegewinnung eindeutig zu Gunsten einer Photovoltaik-Anlage aus. Er hatte dabei sogar die Vision, an diesem Standort eine Stromtankstelle einzurichten, um die Akzeptanz der Bürger zu erhöhen.