Für das Wirtschaftsjahr 2024 im Forst sieht es nicht ganz so schlecht aus, wie von Revierförster Matthias Berger ursprünglich kalkuliert. Für 2025 dürfen Stadt und Gemeinderäte allerdings kein Plus erwarten, das Minus könnte sechsstellig ausfallen.
Förster Matthias Berger legte den Gemeinderäten die Kalkulation für das Forstjahr 2025 vor. Die Ausgaben steigen. Wie sich die Einnahmen tatsächlich entwickeln ist ungewiss.
Ein Minus von rund 110 000 Euro steht in der Kalkulation für das Jahr 2025. Im Detail plant Berger einen Holzeinschlag von 6600 Festmeter (FM) Holz. Der durchschnittliche Verkaufserlös liegt bei 64,05 Euro pro Fm. Insgesamt liegen die Einnahmen somit bei rund 423 000 Euro. Nach Abzug der Holzerntekosten bleiben noch 142 000 Euro übrig. Die Erntekosten pro Festmeter betragen rund 40,50 Euro.
Weitere Einnahmen kommen aus Leistungen für Dritte mit 8000 und Förderung mit rund 93 000 Euro. Insgesamt verbucht Berger auf der Einnahmenseite 523 000 Kosten, auf der Ausgabenseite knapp 634 000 Euro Kosten.
Demgegenüber steht jedoch ein immenser Kostenblock: Die Holzernte mit 167 000 Euro, der Lohn der Waldarbeiter mit rund 270 000 Euro, Waldschutz mit 13 000, Bestandspflege mit 14 000 Euro oder auch Kulturkosten mit knapp 100 000 Euro und einiges mehr.
38 000 Euro mehr Kosten
Verteilt auf das Forstgebiet der Stadt werden insgesamt etwa drei Hektar Fläche für Pflanzungen vorbereitet, Kultursicherung wird auf 24 Hektar durchgeführt. Insgesamt liegen die kalkulierten Kosten für den Forst um 38 000 Euro höher als 2024.
Matthias Berger informiert hier auch über Einzelpositionen. Für den Wegebau muss mehr Geld eingeplant werden. Die starken Regenfälle der vergangenen Monate verursachten an einigen Wegen erhebliche Schäden. Hinzu kommt noch der Biber.
Im Wittmannstal beispielsweise leistete der stark geschützte Nager ganze Arbeit. Er baute einen Durchlass unter einem der Spazierwege zu, dadurch stieg das Wasser in einer Mulde an. Und obwohl der Durchlass regelmäßig – sprich teilweise mehrmals die Woche wieder freigelegt wird, flutete das Wasser nach einem dieser Starkregenereignisse den Weg. Der Biber ist allerdings streng geschützt und darf nicht vergrämt und nicht gestört werden, erläuterte Berger.
In diesem Fall soll nun ein so genannter Mönch gebaut werden. Dies ist ein senkrechter Schacht, dessen obere Kante leicht unterhalb des Weges liegt. Der obere Abschluss bildet ein Gitter über welches das Wasser fließt. Hier hoffen Berger und seine Kollegen, dass dieses Gitter auf dem senkrechten Schacht nicht so schnell zugebaut wird.
Ein anderes Problem sind immer wieder Müllablagerungen. Über 30 Reifen entsorgte ein Zeitgenosse beispielsweise illegal im Kapfwald. Wobei sich Berger hier auch die Frage stellte wie das geschafft wurde, da das Waldstück östlich von Bad Dürrheim doch recht stark frequentiert ist.