Der Inzlinger Wald ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. 5000 Euro muss die Gemeinde im laufenden Jahr für die Pflege zusätzlich investieren. Foto: Rolf Rombach

Die Betriebsplanung des Inzlinger Gemeindewalds war Thema im Gemeinderat. Die Betriebsplanung sieht in diesem Jahr ein Minus von 5000 Euro vor.

Revierleiterin Theresa Faust erläuterte den Haushaltsplan und gab Einblicke in geplante und abgeschlossene Maßnahmen.

 

Derzeit rechnet Faust für das gerade begonnene Jahr mit einem Defizit von 5000 Euro, welches vom Gemeindehaushalt zugeschossen werden muss. Den rund 70 400 Euro Einnahmen aus dem Holzverkauf und Zuweisungen des Bundes stehen die Erntekosten und Erhaltungsausgaben in Höhe von 75 400 Euro gegenüber.

Klimaanpassung

Eines der wichtigsten Ziele ist die Umsetzung des Förderprogramms „klimaangepasstes Waldmanagement“. Hierzu wurden bereits verschiedene Maßnahmen geplant und zum Teil bereits umgesetzt. Seit September 2024 ist die studierte Forstwirtin unter anderem für den Inzlinger Gemeindewald verantwortlich. Sie kündigte an, im Sommer mit einem Spaziergang vor Ort im Wald ihre Schwerpunkte vor Ort vorzustellen.

Zwei Wege instandgesetzt

Im vergangenen Jahr wurden zwei Wege neu instandgesetzt, damit auch die Holzabfuhr wieder einfacher möglich ist. Um die Gefahren für die Wohnbebauung zu minimieren, wurden Wasserableitungen in die Wege eingesetzt, womit die Niederschläge in den Wald gelenkt werden und sich Ausspülungen der Wege verringern sollen. Letzteres begünstigt bei Starkregen dass größere Wassermengen ungebremst ins Dorf fließen können. Nach Abschluss der Breitbandkabel-Verlegearbeiten sind für den Erstelweg noch Wasserrückhaltemaßnahmen vorgesehen. Ergänzend teilte Bürgermeister Marco Muchenberger mit, dass die nächsten Präventionsmaßnahmen am Nasser-Grund-Weg geplant seien.

Für 2026 plant der Eigenbetrieb Gemeindewald eine größere Hiebmaßnahme am Lichsenhaldenweg unweit des Tennisplatzes. Faust rechnet mit einem Ertrag von rund 770 Festmetern, hauptsächlich aus Buchenholz. Weitere 80 Festmeter sollen am Waldrand und an landwirtschaftlich genutzten Feldern gewonnen werden.

Investition in die Zukunft

Als „Investition in die Zukunft“ bezeichnet sie die Ausgaben von rund 10 000 Euro für Kultursicherungen auf 2,5 Hektar (5000 Euro), acht Hektar Schlagpflege (3000 Euro) und die Jungbestandspflege auf einem Hektar in Höhe von 2000 Euro. Nachdem in der Vergangenheit in der Regel Verbissschutz aus Plastik eingesetzt wurde, setzt sich die Revierleiterin nun für nachhaltige Optionen ein.

Kritik von Thilo Glatzel

Thilo Glatzel (SPD) bemängelte, dass im Rahmen der Maßnahmen die Wege auch am Wochenende geschlossen gewesen seien: „Es gab keinen offensichtlichen Grund für eine Sperre in den Augen vieler Menschen.“ Er verwies auf die Autobahn GmbH und die Schweizer Kollegen, die Wege deutlich schneller freimachen würden. Dabei betonte er die Bedeutung des Erstelwegs für Radpendler. Theresa Faust verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass im Inzlinger Wald zum einen die Verkehrssicherheitspflicht dennoch nicht gegeben war, andererseits für ein Beiseiteräumen der Bäume und Maschinen mehr Bäume hätten gefällt werden müssen als notwendig. Jan Sprachta (SPD) übernahm das Schlusswort und bilanzierte, dass der Waldweg nun wieder top sei: „Es war eine gute Investition für unser Naherholungsgebiet.“ Mit einer Enthaltung wurde der Haushaltsplan verabschiedet.