Rund fünf Millionen pflegebedürftige Personen gibt es in Deutschland. (Symbolfoto) Foto: dpa/Tom Weller

Wie kann die Pflege im ländlichen Raum gesichert werden? Diese Frage will ein Projekt beantworten. Dafür rückt Andrea Uhlmann den Raum Furtwangen in den Fokus.

Beschlossen hat der Gemeinderat, sich an einem Forschungsprojekt zum Thema Gesundheitsversorgung und Pflege im ländlichen Raum – und speziell im Raum Furtwangen – zu beteiligen.

 

Durchgeführt wird das Projekt im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Freiburg durch Andrea Uhlmann. Zu Beginn stellte sich Andrea Uhlmann erst einmal selbst den Gemeinderäten vor.

30 Jahre Erfahrung

Sie kann 30 Jahre Erfahrung in verschiedensten Bereichen und Funktionen rund um das Thema Pflege vorweisen. Sie ist Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin und absolviert aktuell ihr Master-Studium an der Universität Freiburg im Bereich Pflegewissenschaft. Bislang war sie tätig in der akut- und Intensivpflege, in der ambulanten Pflege, als Sachverständige im medizinischen Dienst, und schließlich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Demenz-Forschung und als Dozentin im Bereich Pflege an einer Hochschule.

Pflegewissenschaftlerin Andrea Uhlmann will ein Zukunftskonzept für das Thema medizinische Versorgung und Pflege im Raum Furtwangen im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit entwickeln. Foto: Stefan Heimpel

Uhlmann machte die Bedeutung des Themas Pflege deutlich an einem Zitat von Karl Lauterbach, der 2023 erstaunt festgestellt hatte, dass statt der erwarteten 50 000 Pflegefälle tatsächlich 360 000 Personen gepflegt werden mussten. Diese Entwicklung war allerdings aufgrund der Zahlen und vor allem der demografischen Entwicklung zu erwarten. Dabei mache man die Beobachtung, dass im Bereich der ambulanten Pflege die Nachfrage stetig steige. Die Zahl der Menschen in vollstationärer Pflege sei aber um drei Prozent gesunken.

84 Prozent werden zu Hause gepflegt

Deutlich machte Uhlmann die Bedeutung der Familie, denn 84 Prozent der rund fünf Millionen Pflegebedürftigen werden im Rahmen der Familie gepflegt; die Hälfte davon von der Familie ganz ohne professionelle Unterstützung. Auch in den kommenden Jahren ist hier mit einer deutlichen Steigerung zu rechnen.

Gleichzeitig steigen die Probleme mit der hausärztlichen Versorgung gerade im ländlichen Raum. Dies alles führt zu regionalen Engpässen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Entwicklung in Furtwangen im Fokus

Im Zentrum von Uhlmanns Masterarbeit steht dann die mögliche Entwicklung für den Raum Furtwangen. Wie kann im Raum Furtwangen eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung und Pflege gestaltet werden? Welche Angebote sind nötig? Welche Maßnahmen sollten eingeleitet werden? Für ihre Arbeit wird sie nun die Gegebenheiten in diesen Bereichen für den Raum Furtwangen ermitteln.

Geplant sind außerdem Treffen mit zwei Gruppen, die mit diesem Thema besonders befasst sind: zum einen Bürgermeister und Gemeinderat, zum anderen Experten aus dem Gesundheitswesen.

In der Folge will Andrea Uhlmann daraus im Rahmen ihrer Masterarbeit ein Konzept für eine zukunftssichere Versorgung der Menschen im Raum Furtwangen entwickeln und dieses dann an die Stadtverwaltung übergeben.