Monza-Sieger Daniel Ricciardo (links neben Lando Norris) lässt McLaren-Geschäftsführer Zak Brown den Champagner aus seinem Schuh trinken – na denn Prost! Fotos: imago/Motorsport Images (2) Monza-Sieger Daniel Ricciardo (links neben Lando Norris) lässt McLaren-Geschäftsführer Zak Brown den Champagner aus seinem Schuh trinken – na denn Prost! Fotos: imago/Motorsport Images (2) Foto:  

Der McLaren-Pilot Daniel Ricciardo gewinnt den Großen Preis von Italien, während sich die WM-Rivalen Lewis Hamilton und Max Verstappen bereits nach 24 Runden gegenseitig aus dem Rennen werfen. Das Duell der Giganten spitzt sich immer mehr zu.

Monza/Stuttgart - Sie haben es schon wieder getan: Lewis Hamilton und Max Verstappen. Wie schon in Silverstone kollidierten die Rennwagen der Piloten jetzt auch in Monza. Diesmal ist aber nicht nur Verstappen aus dem Rennen geflogen, sondern gleich beide. Damit bleibt Verstappen nach dem Rennklassiker mit fünf Punkten Vorsprung WM-Spitzenreiter vor Hamilton.

 

Der Crash zwischen den Alphatieren des Rennzirkus’ stand im Mittelpunkt des Nachmittags. Da ging fast unter, dass McLaren mit dem Sieger Daniel Ricciardo und Lando Norris als Zweitem einen blitzsauberen Doppelerfolg feiern durfte – es ist ja auch schon neun Jahre her, dass das britische Team einen Grand-Prix-Sieg holte. „Gewinnen ist das eine, aber ein Doppelsieg ist ein Wahnsinn. Ich habe keine Worte dafür“, schwärmte Ricciardo nach dem Rennen, bei dem der Mercedes-Mann Valtteri Bottas Dritter wurde. Als Zwölfter blieb der Aston-Martin-Fahrer Sebastian Vettel erneut ohne Punkte. Mick Schumacher wurde von seinem Haas-Kollegen Nikita Masepin in eine Kollision verwickelt und kam auf Rang 15.

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Das hart geführte Duell zwischen König Hamilton und Kronprinz Verstappen geht derweil in die nächste Runde und spitzt sich zu. „In der ersten Kurve hat er mir wenig Platz gelassen, und in der zweiten beim Einlenken auch“, sagte Verstappen und gab Hamilton die Schuld. „Du brauchst immer zwei Leute in einer Kurve, damit es klappt. Das hat er nicht gemacht“, meinte der Niederländer noch. Hamilton hielt dagegen: „Ich war vorne, dann plötzlich kommt es zum Crash. Das ist Rennsport. Er wollte keinen Platz machen. Und er wusste, was passieren würde, wenn es in Kurve zwei geht.“ Der Fernseh-Experte Ralf Schumacher sprach von einem Rennunfall; kein Pilot fahre in solch einer Situation absichtlich den anderen hinein.

Strafe für Verstappen

Verstappen hat für den Unfall eine Startplatzstrafe für das nächste Rennen bekommen. Der Niederländer wird beim Grand Prix in zwei Wochen in Sotschi drei Plätze in der Startaufstellung nach hinten versetzt. Das gaben die Rennkommissare am Sonntagabend bekannt.

Beim Start zum Großen Preis von Italien gab es vorne erst einmal eine schöne Überraschung. Polesetter Max Verstappen wird vom McLaren-Piloten Daniel Ricciardo scheinbar spielerisch überholt. Wenig später kommt es in einer Schikane zum ersten hart geführten Zweikampf zwischen Verstappen und Hamilton, bei dem der Brite eine Abkürzung nehmen muss und sich über Funk beschwert: „Er hat mich rausgedrückt.“ Die beiden schenken sich wirklich keinen Zentimeter, auch auf dem Hochgeschwindigkeitskurs im königlichen Park von Monza nicht.

Die Eskalation

In Runde 26 kommt es dann zur Eskalation. Hamilton kehrt aus der Boxengasse zurück auf die Strecke. Er zieht nach links, um dem heraneilenden Red Bull von Verstappen das Überholen zu erschweren. Dadurch wird es für die beiden in der nächsten Kurve so eng, dass die Autos kollidieren. Verstappens Rennwagen fliegt über den Mercedes, beide Boliden verkannten sich ineinander und bohren sich in das Kiesbett. Hamilton kommt mit dem Schrecken davon, das Halo-System hat seinen Kopf geschützt.

Hamilton versucht den Rückwärtsgang einzulegen, um noch weiterzufahren, aber die Team-Order lautet: „Motor aus, bitte, Lewis!“ Verstappen steigt aus und überlegt sich noch kurz, ob er zu Hamilton abbiegen soll, zieht es aber vor, seinen Weg zu gehen und sich lieber wieder zu beruhigen. Das Duell wird immer heftiger geführt. Bereits in Silverstone kam es zum Unfall, bei dem Verstappens Rennen in den Reifenstapeln endete. Die Rennkommissare sahen in Hamilton den Hauptschuldigen und belegten ihn mit einer 10-Sekunden-Strafe, die ihn aber vom Gewinn des Grand Prix nicht abhalten konnte. Red-Bull-Berater Helmut Marko sprach von einem „gefährlichen und fahrlässigen Verhalten“ Hamiltons. Der Crash geschah bei hohem Tempo – Max Verstappen ist zum Glück nichts Ernsthaftes passiert.