Lewis Hamilton geht bei seinem Heim-Grand-Prix von Platz zwei an den Start. Foto: Lars Baron/Pool Getty/dpa Foto: dpa

Die Zuschauer kommen nach Silverstone in Scharen - und erleben das neue Sprint-Format. Premierensieger ist Max Verstappen. Der WM-Führende geht vor Lewis Hamilton als Favorit in das Formel-1-Heimspiel des Engländers.

Silverstone - Max Verstappen will Lewis Hamilton auch bei seinem Formel-1-Heimspiel davonfahren. Der niederländische Red-Bull-Pilot nimmt am heutigen Sonntag (16.00 Uhr/MESZ/Sky) seinen vierten Grand-Prix-Sieg nacheinander ins Visier. Und Hamilton? Der Mercedes-Fahrer muss kämpfen.

DER WM-SPITZENREITER: Max Verstappen startet zum vierten Mal am Stück als Erster in einen Grand Prix. Der niederländische Red-Bull-Pilot will seinen WM-Vorsprung von 33 Punkten auf Verfolger Lewis Hamilton im Mercedes ausbauen. "Ich will einfach einen guten Kampf mit Lewis und den anderen", betonte Verstappen nach seinem Premierensieg beim Sprint am Samstag, bei dem er schon mal drei Punkte holte. "Er hat gezeigt, wer Herr im Haus ist", sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko über die Leistung seines Zöglings. Vibrationen und Blasen an den Vorderreifen trübten ein wenig Stimmung. Allerdings ist der Sprint, den die Formel 1 erstmals ausprobierte, auch als Vollgas-Rennen ohne Boxenstopp über 17 Runden konzipiert. Der Grand Prix geht über 52 Runden mit Garageneinfahrten.

DER VERFOLGER: Silverstone soll Lewis Hamilton die Wende bringen. Der siebenmalige Weltmeister hat mit den Nachbesserungen bei Mercedes auch Schritte nach vorne gemacht, Red Bulls Max Verstappen war für ihn im Sprint dennoch nicht zu schnappen. "Ich muss die Batterien aufladen und stärker zurückkommen", verkündete Hamilton, der in Silverstone mit sieben Siegen Rekordgewinner ist. "Ich gebe alles. Ich hoffe, es wird ein enges Rennen." Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wurmte der verpennte Auftakt im Sprint. "Es ist ärgerlich, den Sprint so zu verlieren, wenn man am Start so stehen bleibt und die Pace eigentlich hat", bemerkte er. So gehen Hamilton von Platz zwei und sein Teamkollege Valtteri Bottas von Rang drei ins Rennen.

DIE DEUTSCHEN: Sebastian Vettel schloss den Sprint im Aston Martin als Achter ab. Zufrieden war der viermalige Weltmeister damit natürlich nicht, weil seinem Auto das Tempo für ganz vorne auf diesem Powerkurs fehlt. Das Rennen am Sonntag werde "ganz anders", weil es dort auch Boxenstopps gibt, äußerte Vettel. "Ich wäre zufrieden, wenn wir uns halten könnten." Mick Schumacher kollidierte im Sprint mit seinem Stallrivalen Nikita Masepin und lädierte die Seite seines Wagens. "Es wird schwierig, dort zu sein, wo die Musik spielt", sagte der Formel-2-Champion nach Platz 18. "Wir müssen herausbekommen, was wir besser machen können, um nächstes Mal näher dran zu sein."

DIE FANS: Rund 140.000 Besucher werden auf dem Silverstone Circuit erwartet - so viele wie seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr. Jeweils Zehntausende Fans pilgerten schon an den ersten beiden Grand-Prix-Tagen auf den Traditionskurs. Vor allem die englischen Fahrer wie Lewis Hamilton waren von der Unterstützung auf den Rängen begeistert. Die Besitzer eines Formel-1-Tickets müssen entweder einen negativen Schnelltest, der jedoch selbst abgenommen und online eingetragen wird, oder den Nachweis über eine vollständige Impfung vorlegen. Die zweite Spritze muss mindestens 14 Tage alt sein. Zuletzt ist wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante die Zahl der Corona-Neuinfektionen landesweit deutlich gestiegen.

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