Martin Hanselmann macht die knappe Niederlage gegen den amtierenden Meister Frankfurt Galaxy Mut, dass Stuttgart Surge die schwarze Serie bald beendet. Foto: Baumann

Seit einem Jahr hat Stuttgart Surge in der European League of Football nicht mehr gewonnen, das 20:26 gegen Frankfurt Galaxy war die sechste Niederlage in dieser Saison. Im Interview gibt sich Chefcoach Martin Hanselmann von der Trendwende überzeugt.

Herr Hanselmann, ich könnte mir vorstellen, dass Sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge an die knappe 20:26-Niederlage gegen Galaxy zurückdenken.

 

Es ist tatsächlich so. Ich glaube, wir haben gezeigt, dass wir die Berechtigung haben, in dieser Liga zu spielen. Die Veränderungen im Team haben Früchte getragen, wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Leider hat das Ergebnis noch nicht gestimmt.

Ihr Team hätte in der Verlängerung den Sack zumachen können.

Ja, aber im Sport gilt: Auch Gewinnen muss man lernen. Wir standen vor einer neuen Situation, wir bekommen seit einem Jahr in jedem Match eines auf die Mütze – wir sind gewohnt zu verlieren. Dann stehst du gegen den amtierenden Champion vor dem Sieg. Da hat sich der eine oder andere Spieler gefühlt wie die Maus vor der Schlange. Diese Kaltschnäuzigkeit müssen wir noch lernen, dann wird die Mannschaft mit dem ersten Erfolg einen Schritt nach vorn machen.

Ist mit dem Achtungserfolg das Selbstvertrauen im Team gewachsen?

Bei den neuen Spielern ganz bestimmt, bei denen, die schon letzte Saison bei uns waren, braucht es noch Aufbauarbeit. Da geht es mir ja nicht anders. Ich muss mich stets neu motivieren, ich hinterfrage alles, was ich mache, sehr kritisch. Ich binde alle Trainer bei wichtigen Entscheidungen mit ein, was ich früher nie getan habe. Die Antworten aus all den Fragen haben wir umgesetzt, es geht in die richtige Richtung, es wird aber noch weitere Veränderungen geben.

Der neue Quarterback Dante Vandeven drückte schon im zweiten Spiel für Surge seinen Stempel auf. Ein guter Griff.

Wir hatten zuvor nicht das nötige glückliche Händchen bei den Verpflichtungen, das räume ich ein. Vandeven hat erst vier, fünf Einheiten mit dem Team absolviert, ein Quarterback braucht Zeit, das sieht gut aus – sein Vorgänger hatte sechs Wochen Vorbereitung. Wenn ich nächstes Jahr noch in Stuttgart coache, möchte ich ihn wiederhaben.

Wird der Knoten bei Surge am nächsten Wochenende in Breslau platzen?

Das kann ich nicht versprechen, aber es wird bald passieren. Und dann kommen die Spieler in die richtige Spur, da bin ich überzeugt.