Keine Flächenverluste, gute Holzpreise und eine Erholung der Schäden: Die Bilanz für den Wald im Schwarzwald-Baar-Kreis fällt gut ist – warum sie aber auch trügerisch ist.
Fast die Hälfte des Schwarzwald-Baar-Kreises ist Waldfläche – kein Wunder, dass auch beim Landratsamt ganz genau auf die Bilanz der heimischen Wälder geblickt wird.
Im Ausschuss für Umwelt und Technik hatte Frieder Dinkelaker als Leiter des Kreisforstamtes viele gute Nachrichten. Doch gleichzeitig machte er deutlich, dass die zwischenzeitliche Erholung der Folgen des Klimawandels trügerisch ist. Das hängt mit der Witterung im vergangenen Jahr zusammen.
„Es war kalt und regnerisch, der Borkenkäfer ist deshalb nicht geflogen“, so Dinkelaker. Die Schadholzmengen sind deshalb deutlich zurückgegangen. Das hinge nicht nur mit dem für den Wald guten Sommer zusammen, sondern sei auch dank intensiver Befallskontrollen möglich gewesen. „Es wäre schön, wenn es nochmal so kommt – aber das ist unwahrscheinlich“, erklärt der Forstamtsleiter und betont: „Wir müssen vorbereitet sein!“
Denn der Wald steht unter erheblichem Druck durch den Klimawandel. Besonders die Jahre 2018 bis 2023 mit Hitze, Trockenheit und Borkenkäferbefall haben deutliche Schäden hinterlassen. Die Gesundheit und Vitalität der Wälder seien geschwächt, heißt es in der Bilanz. Die vorübergehende Erholung dürfe über diese langfristigen Probleme nicht hinwegtäuschen. Unabhängig davon führe das stetig steigende Alter der Wälder zu einer Abnahme der Wachstumsgeschwindigkeit. Eine Verjüngung der Wälder sei notwendig und sinnvoll, heißt es. Auf Kahlflächen pflanze man nun vorrangig Laubhölzer.
Holzpreise auf einem Rekordniveau
Da 2025 größere Sturm- und Käferholzmengen ausblieben, konnten Sägewerke teilweise nicht ausreichend mit Holz versorgt werden. Die Folge: steigende Preise. „Die Lage auf dem Holzmarkt ist so gut wie lange nicht mehr“, erklärt Dinkelaker. Die Preise seien auf einem Rekordniveau – der Holzeinschlag werde aber dennoch nicht beschleunigt.
Das zeigt sich auch an der konstanten Waldfläche. Es gab im Jahr 2025 keine größeren Waldflächenverluste, kleinflächige Rodungen wurden flächenmäßig ausgeglichen. Ein nennenswerter Einschnitt sei lediglich die Rodung von acht Hektar für den Windpark „Länge“ zwischen Hüfingen und Donaueschingen. Unabhängig von solchen punktuellen Verlusten stellte Landrat Sven Hinterseh klar: „Wir haben mehr Wald als vor 40 Jahren – der Wald wächst!“