Der Kamineffekt beim Brand der Schreinerei Rombach trug verkohlte Teilchen in entferntere Straßen der Gemeinde. Mit dabei: Kleine Stücke der Photovoltaikanlage.
In der Rauchwolke, die vor einigen Tagen beim Brand der Schreinerei Rombach in Schonachs Talstraße über den Ort hinwegzog, waren Asche und andere kleine Brandreste. Die trugen der Wind und die große Hitze teils weit in den Ort hinein.
Schonachs Feuerwehrkommandant Georg Schilli bestätigte, dass beim Brand durch die Hitzeentwicklung ein „Kamineffekt“ entstanden sei. Ausgebildete Wehrleute wissen um diese Sogwirkung. Es kann gut sein, dass dann Partikel einige hundert Meter weit getragen werden.
Auch unser Leser Arnold Kuner fand etwas davon vor seinem Gebäude in der Ginsterstraße und stellte uns entsprechende Fotos zur Verfügung. Er legte ein Zwei-Euro-Stück dazu, so dass die Größenverhältnisse ganz deutlich werden.
PV-Anlagen enthalten Silber
An der zerstörerischen Kraft des Feuers hat keiner vor Ort gezweifelt. Aber dass die Teile – und es handelt sich augenscheinlich vor allem um Mini-Reste der Photovoltaikanlage – so weit herum kommen, das überraschte einige Anwohner dann doch.
Eine Photovoltaikanlage enthält unter anderem auch winzige Anteile von Silber – das ist der wertvollste Rohstoff, der in den Solarzellen mit eingebaut ist. Aber auch Glas, Aluminium und die Schwermetalle Kupfer, Zink und Blei sind in dem Gemenge, das in den Modulen verbaut wird.
Wohin mit den verkohlten PV Stückchen?
Die einzelnen Komponenten unterscheiden sich deutlich in ihrem Aufbau, weshalb sie auf verschiedenen Wegen nach Ablauf ihrer Lebensdauer entsorgt oder recycelt werden müssen. Das wertvolle Silber, aber auch Glas und Aluminium werden wieder verwendet. Deshalb können Module fast überall in haushaltsüblichen Mengen, also bis etwa 20 Module, kostenlos in den Wertstoffhöfen von Städten und Gemeinden abgegeben werden. Die Händler und Installateure, die Photovoltaikanlagen einbauen, sind verpflichtet, sie zur Entsorgung wieder anzunehmen.
Wenn die Teile aber angekokelt und verbrannt sind, mag das etwas anders aussehen. Denn Silberverbindungen sind etwas giftig, und wie es im Fachjargon so schön heißt: „toxikologisch relevant“.
Das Umweltamt der Kreisbehörde war vor Ort
Das Umweltamt sei deswegen auch vor Ort gewesen, so Feuerwehrkommandant Schilli, habe aber keine Bedenken zu dieser Thematik geäußert. Schilli selber sagt, er kennt keinen Fall von „Kontaminationsverschleppung“ bei ähnlichen Bränden.
Außerdem würden nicht nur nach starken Niederschlägen Klärwerke oder Angelsportverein ein Augenmerk auf die Wasserqualität haben. Dort würden Teiche und Fließgewässer – in diesem Fall die Schonach – auch regelmäßig überprüft.
Jochen Herr, Leiter des Amtes für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz beim Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises bestätigt, dass einer seiner Mitarbeiter noch während des Brandes und danach in Schonach war. Was der ermittelt habe, damit durfte Herre nicht aufwarten und musste, wie üblich, auf die Pressestelle des Landratsamtes verweisen. Deren Antwort auf unsere Fragen zu „toxikologisch relevanten“ Bestandteilen lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.