Was wird aus dem Försterberg in Bad Wildbad? Nicht erst seit dem Einsturz des ehemaligen Hotels am Kurpark besteht dringender Handlungsbedarf. Viele Ideen haben sich zerschlagen. Ist nun endlich eine Lösung in Sicht?
Bad Wildbad - Schon seit vielen Jahren ist der Försterberg, direkt am Bad Wildbader Kurpark gelegen, ein Thema in der Stadt. Und spätestens seit dem Einsturz des Hotels am Kurpark im Dezember 2021 ist klar, es muss etwas geschehen. Doch seitdem ist jetzt fast schon wieder ein Jahr rum und die Trümmer des ehemaligen Hotels liegen immer noch unverändert an Ort und Stelle. Und auch von einer Entwicklung des gesamten Areals ist weit und breit nichts zu sehen.
Das Gelände am Försterberg hat eine bewegte Geschichte. Das ehemalige Hotel "Villa Blumenthal" wurde 1872 auf diesem Areal erbaut, auf dem auch das ehemalige Forsthaus liegt. Auch ein Sanatorium gab es einmal auf dem Gelände. Geblieben von alledem sind letztendlich Ruinen. Vor mehr als zehn Jahren keimte dann Hoffnung auf, als die Firma Urbanbau aus Schönaich das Areal übernahm und das "KurAtrium", eine Art Hotel für pflegebedürftige Menschen bauen wollte. Geplante Investitionskosten: rund 30 Millionen Euro. Doch statt 70 bis 80 Arbeitsplätzen und Platz für 220 Bewohner oder gar einem neuen Wohnquartier, von dem der damalige Bürgermeister Klaus Mack noch 2016 sprach, entstand – nichts.
Viele Jahre geschieht nichts
So kam es, wie es kommen musste: Nachdem mehr als zehn Jahre nichts geschah, leitete die finanzierende Bank die Zwangsversteigerung ein. Dies wollte die Stadt aber auf jeden Fall vermeiden, aus Angst, dass es zu einer Zerstückelung der Grundstücke kommt, schließlich befinden sich auf dem Areal zehn Teilflächen. Letztendlich kaufte die Stadt das 11 200 Quadratmeter große Gelände für 1,6 Millionen Euro. Ziel: Für das gesamte Areal einen Investor finden, der die "Flächen in bester Lage oberhalb des Kurparks einer Wohnbebauung" zuführt. Nach Verhandlungen mit zwei Investoren schien auch hier 2021 wieder Land in Sicht. Die Firma "Move + Smile" aus Ditzingen habe ein schlüssiges Konzept vorgelegt.
Doch bevor es zu einem Verkauf kam, geschahen zwei einschneidende Dinge: Das alte Hotel stürzte ein. Und Marco Gauger wurde zum neuen Bürgermeister gewählt. Der stieß Neuüberlegungen an, um "für dieses besondere Areal etwas Passgenaues zu finden", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hielt es für wichtig, dass nicht nur eine Zielgruppe berücksichtig wird, sondern "ein Angebot für Alt und Jung und das Thema Kinderbetreuung mitentwickelt". Zudem wünscht er sich "grüne Sichtachsen" und die Verknüpfung zum Kurpark müsse gut gelöst werden.
Lösungen und Vorschläge suchen
Wie geht es jetzt also weiter? Diese Frage war auch Thema im Gemeinderat. Stadtrat Jochen Borg (CDU) sprach von einem "jämmerlichen Bild, wenn man an dem eingestürzten Hotel vorbeiläuft". Auch sei der Geruch, oder besser Gestank, "nicht unbedingt schön". Er forderte die Stadtverwaltung auf, nach Lösungen und Vorschlägen zu suchen. "Ich hoffe, dass bald etwas präsentiert wird", so Borg weiter.
In der Sitzung wollte Gauger dann "grundsätzlich was sagen". Es sei wichtig, ein gutes Konzept für das Quartier zu entwickeln und es nicht einfach zuzubauen. Die Kubatur müsse zur Lage passen, es soll grüne Schneisen geben und Wohnraum für verschiedene Zielgruppen. Das Abräumen des Schutts will er am liebsten dem neuen Investor übertragen, denn das müsse man sonst "finanzieren oder gegenfinanzieren". Man sei aber gut unterwegs, eine Lösung zu finden. Er werde in Bälde auf den Gemeinderat zukommen. Das soll "so schnell wie möglich" geschehen, "so schnell ich die Zusage von der Seite bekomme, die Interesse hat".
Projektgruppe arbeitet "hervorragend"
Direkt dazu meldete sich auch Stadtrat Dieter Gischer (SPD) zu Wort und übte Kritik an den Äußerungen Borgs. "Es gibt eine Projektgruppe im Gemeinderat" zu diesem Thema, so Gischer. Darin seien neben ihm für die SPD auch Andreas Wacker (FWV/FDP) sowie ein Vertreter der CDU. "Die Gruppe macht hervorragende Arbeite", so Gischer, der weiter sagte: "Wir berichten ständig an unsere Fraktionen, wenn das die CDU nicht macht, dann fragt da mal nach."