Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Allmannsweier wollen einen Förderverein gründen. Im Fokus steht der Erhalt des Gebäudes in der Schulstraße.
Für die evangelische Kirchengemeinde Allmannsweier ist die Gründung eines gemeinnützigen Fördervereins geplant. So wollen sich die Gemeindemitglieder künftig koordinieren und das vielfältige und aktive Gemeindeleben unterstützen – und auch künftig ermöglichen. Denn es gibt die Sorge, aufgrund zurückgehender Kirchensteuermittel und sinkenden Zuweisungen das Angebot in Zukunft reduzieren zu müssen.
„Wir haben ein Demografieproblem“, erklärt Günter Walter im Gespräch mit unserer Redaktion. Der frühere Kirchengemeinderat ist einer der Initiatoren des künftigen Fördervereins. Nicht nur sinkende Mitgliederzahlen der Kirche wirken sich auf die finanziellen Möglichkeiten aus.
Auch die zunehmende Zahl der Menschen im Ruhestand treffe die Gemeinde. „Rentner zahlen keine Kirchensteuer“, bringt es Walter auf den Punkt. Denn die Steuer beziehe sich auf das Arbeitseinkommen.
Reform der Landeskirche setzt auf Einsparungen
Mangelndes Engagement der Ehrenamtlichen für die Kirchengemeinde indes sei in Allmannsweier kein Problem. Im Gegenteil: 40 bis 50 Menschen seien aktiv, betont Walter. So gibt es Angebote für Kinder, Eltern oder Ältere. Auch Musik kommt nicht zu kurz. Es gibt etwa den Posaunenchor. Allerdings sind die verschiedenen Gruppen auf Räume angewiesen. Häufig treffen sich deren Mitglieder im Gemeindehaus. Und ausgerechnet das viel genutzte Haus könnte ab 2032 unter Finanzierungsdruck stehen.
Der Grund liegt in dem Prozess „Ekiba 2032“. Damit will sich die evangelische Landeskirche in Baden für die Zukunft aufstellen. „Im Wissen, dass die finanziellen und personellen Spielräume kleiner werden“, betont die Landeskirche auf ihrer Internetseite. Für die einzelnen Gemeinden bedeutet das auch: Priorisieren. Es gibt eine sogenannte „Gebäudeampel“ an Hand derer entschieden werden soll, ob ein Gebäude erhalten bleiben kann.
Ist ein Gebäude Grün eingestuft, gibt es Gelder von der Landeskirche. In Allmannsweier trifft das auf die evangelische Kirche zu. Ist ein Objekt als Gelb kategorisiert, ist noch offen, ob es künftig als Grün oder Rot bewertet wird. „Wir werden uns von gelben und roten Gebäuden trennen müssen. Wir brauchen Verkaufserlöse, um die grünen Gebäude finanzieren zu können“, begründet die Landeskirche.
Beim Allmannsweierer Gemeindehaus zeigt die Ampel jedoch Rot. Das besorgt Walter. „Wir brauchen das Haus“, stellt er klar. Der Förderverein will daher einen Schwerpunkt auf die Erhaltung des Gebäudes legen. Alleine die Betriebskosten lägen bei gut 10 000 Euro jährlich, schätzt Walter. Und da seien mögliche Reparaturen nicht einkalkuliert.
Auch wenn der Fokus auf dem Gemeindehaus liegt, hat sich der künftige Verein weitere Förderziele gesetzt. Darunter die Arbeit des evangelischen Kindergarten zu unterstützen, erklärt Walter.
Der Allmansweierer hofft künftig auf Spenden für den Verein. „Je konkreter, desto eher gibt es eine Spendenbereitschaft“, vermutet er. Der künftige Förderverein wolle zeigen, dass die Spenden direkt vor Ort ihre Wirkung entfalten. Zudem sei geplant, einige Veranstaltungen auf die Beine zu stellen.
Einladung zur Vereinsgründung
Die evangelische Gemeinde lädt auf Sonntag, 15. März, zur Gründung des Fördervereins in die Kirche ein. Zuvor wird es ab 10.15 Uhr einen etwas gekürzten Gottesdienst geben, so die Ankündigung.