Die Schulküche in Oberweier: Jahrzehntelang hat sich dort nichts getan. Foto: Bohnert-Seidel

Der Förderverein der Grundschulen in Oberweier und Heiligenzell und die Rektorin fordern vollständige Lösung – und keine „Flickschusterei“.

Bei der Sitzung des Fördervereins der Grundschulen in Oberweier und Heiligenzell betonte der frühere Vorsitzende Timo Schmid den Bedarf an Schallschutz in den Klassenzimmern. „Vielleicht könnte sich beim Einbau von Schallschutzdecken auch der Förderverein beteiligen“, hat Schmid einen dringenden Wunsch aus der Elternschaft vorgetragen.

 

Aber nicht nur der Schallschutz lässt in den Grundschulen aus den 1960er-Jahren zu wünschen übrig. Rektorin Karin Fritschmann sprach gar von Schimmel unter dem Spülbecken in der Schulküche. „Wenn ich da unten anfange, reiße ich alles raus“, so Fritschmann. Eine vollständige Lösung müsse her und keine Flickschusterei.

Die Schulküche in Oberweier sei ein beliebter Treffpunkt für die Schüler. Dort haben schon viele Kinder das Backen und Kochen gelernt. Mit dem Bau der Schule im Jahr 1965 wurde hier die Lehrküche eingerichtet. Seit dieser Zeit hat sich nicht sehr viel an den Räumlichkeiten geändert. Ältere Jahrgänge erkennen den Stil der Küche wieder, wenn sie ihre Enkelkinder an die Grundschule bringen. Alte Herde mit herkömmlichen Kochplatten stehen noch heute zur Verfügung. Beliebt waren in der Vergangenheit auch Kochkurse im Friesenheimer Ferienprogramm. Zum Sommerfest haben Schüler alte Töpfe, Pfannen, Kaffeefilter und viel Zubehör aus der alten Schulküche auf dem Flohmarkt verkauft.

Ortsvorsteher muss auf Bremse drücken

Oberweiers Ortsvorsteher Andreas Bix betonte die enge Verzahnung von Schule, Förderverein und Ortsverwaltung. Die Grundschule in Oberweier sei ein wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft und lasse sich als Standort nicht hoch genug bewerten. Gemeinsam gelte es, voranzukommen. Allerdings müsse Bix in Sachen Schallschutz und Engagement durch den Förderverein auf die Bremse drücken. Eine Kostenerhebung sei in Arbeit und von einem langen Sanierungsstau in allen Grundschulen der Gemeinde ist die Rede. Schallschutz sei eine Aufgabe der Gemeinde. Was die Einrichtung einer Mensa für Oberweier betreffe, müsse die Gemeinde jetzt voranmarschieren. „Die Mensa wird sehr viel Geld kosten“, so Bix.

Aktuell investiere die Gemeinde bereits sehr viel Geld in die Sanierung der Pausenhalle, Jalousien und Toiletten an der Grundschule in Oberschopfheim. Die Kosten belaufen sich auf knapp eine Million Euro. Mit Blick auf die Grundschule in Oberweier erklärte Ortsvorsteher Bix: „Auch in diesem Haus ist viele Jahre nichts passiert.“ Mit der Einrichtung einer Mensa soll nun begonnen werden. „Es wird eine Gesamtrenovierung geben“, erklärt Bix. „Keine Flickschusterei“, versprach er. Aber es gehe um die Betrachtung des gesamten Gebäudes. „Ihr könnt allesamt davon ausgehen, dass die Bauverwaltung die Sanierungsarbeiten an der Grundschule auf dem Schirm hat“, betont Bix.

Über die Grundschule

Die Grundschule in Oberweier besuchen 67 Kinder. Das Gebäude ist aus dem Jahr 1965. Eine Lehrküche gehörte von Anfang an dazu. Die frühere Lehrküche soll eine Mensa für den Ganztagsschulbetrieb im Schuljahr 2026/27 werden, wenn der Rechtsanspruch auf Ganztagsgrundschule in Kraft tritt