Der Förderverein des Musikvereins sammelte seit 1998 428.811,77 Euro. Gründer Wolfram Dehner setzte auf Aktionen von Schlafmünzen bis Auto-Verlosung.
Wolfram Dehner ist das Urgestein des Musikvereins Bisingen. Er hat den Verein nicht nur als Vorsitzender des Hauptvereins geprägt, er war auch Gründer des Fördervereins. Dieses Projekt erwies sich als überaus erfolgreich: In 27 Jahren sammelte der Verein sage und schreibe 430.000 Euro – eine Summe, die aufhorchen lässt.
Wie haben es Dehner und seine Mitstreiter geschafft, auf diese Summe zu kommen? Dehner berichtet: „Eine der ersten Aktionen war, dass ich alle Bundestagsabgeordneten in Deutschland angeschrieben habe.“ Ob sich darauf jemand zurückmeldete? „Viele haben geantwortet“, sagt der ehemalige Vorsitzende rückblickend. Darunter waren bekannte Namen wie Norbert Blüm, Wolfgang Gerhardt, Klaus Kinkel, Angela Merkel, Horst Seehofer, Wolfgang Schäuble, Otto Schily, Rezzo Schlauch und Theo Waigel. Dehner: „Ein Bundestagsabgeordneter aus Aschendorf in Niedersachsen war sogar bis kürzlich Mitglied in unserem Förderverein.“
Auto als Hauptpreis
Damit nicht genug: Allen Erwachsenen aus Bisingen schrieb Dehner im Namen des Vereins einen Brief. Das ist eine Mammutaufgabe, denn es gab gut 7000 Exemplare, die allesamt eingetütet und handschriftlich unterschrieben werden mussten. Dabei sind, wie Dehner erzählt, 25.000 Blatt Papier bedruckt worden.
Später überraschte Dehner manch ein Mitglied mit der Idee, einen Citroën zu kaufen. Dieses war allerdings nicht für den Verein, sondern der Hauptgewinn einer Verlosung. Die dazugehörigen Preise hat er auf Spendenbasis eingeworben.
Hinzu kommen etliche weitere Aktionen. Um nur zwei weitere zu nennen: Der Förderverein hat „Schlafmünzen“ gesammelt (also nach der Euro-Umstellung nicht genutzte D-Mark-Münzen); Mitglieder halfen beim Abbau eines Festzelts der Firma Gambro in Hechingen. Dehner: „Wir übernahmen in den Jahren alle möglichen Bewirtungen und Aktionen, mit denen Geld verdient werden konnte. Außerdem stellten wir oft Personal für Feiern, die in unserem Probelokal stattfanden.“
Unvergessen bleibt ihm die Teilnahme an der Show „Das Quiz“ mit Jörg Pilawa. In die Sendung geschafft haben es die Vertreter des Musikvereins nicht, denn „wir waren keine Pausenclowns“, erinnert sich Dehner. Die Erfahrung war es aber wert und natürlich gab es große Zeitungsartikel.
Kleine Mannschaft
Anlass für die Gründung des Fördervereins war der Abriss der Keller'schen Schuhfabrik, wo die Musiker übten. Dehner erfuhr davon, als er seine Frau von der Probe abholte, und das Thema hat ihm keine Ruhe gelassen. Er suchte nach Mitstreitern für den Förderverein – und fand diese auch.
„Alles, was man will, kriegt man hin“, heißt sein Motto. Das hat er auf seinem Lebensweg selbst erfahren. Er verließ die Schule nach der zwölften Klasse, wechselte zur Bundeswehr, wurde Berufssoldat und mit 30 Jahren startete er ein Studium mit dem Berufsziel „Diplom-Verwaltungswirt“ bei der Deutschen Rentenversicherung. Dehner: „Ich habe gelernt: „Die bequemste Art ist zu sagen, ‚ich kann es nicht‘“.
Das war auch sein Motto, als er mit dem Einzug ins neue Probelokal begonnen hat, ein Instrument zu lernen. Die Tuba lernte er in der Jugendkapelle, und daraus entstand die Idee der Bläserklasse für Erwachsene – noch ein ein Erfolgsmodell, das bis heute Bestand hat.
Mitglieder der ersten Stunde
Die bei der Gründungsversammlung anwesenden Gründungsmitglieder waren: Wolfram Dehner (Vorsitzender), Jochen Sieber (stellvertretender Vorsitzender, später abgelöst durch Thomas Krüger), Brigitte Dehner (Kassierer), Simone Schwaner (Schriftführerin, später abgelöst durch Rita Sauter), Jörg Wahl (Pressewart), Fidelis Dieringer (Kassenprüfer), Michael Lacher (Kassenprüfer, später abgelöst von Heinz Domhardt), Martin Lacher (damals erster Vorsitzender des Musikvereins Bisingen).