Der Landkreis hat noch Fördergelder übrig. Diese sollen die Klimaneutralität in den Kommunen stärken, die sich nun auf das Geld bewerben können.
2023 gehörte der Landkreis Calw zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Auf dem Weg zur Klimaneutralität“. Mit dem wolle das Land „Vorreiter-Kommunen“ unterstützen, heißt es auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Es gehe bei dem Projekt darum, „bisher wenig erprobte und deutlich beschleunigend wirkende Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen“.
Projekte in Kommunen umgesetzt
Neben dem Landkreis Calw gehörten die Gemeinde Denzlingen sowie die Städte Ludwigsburg und Freiburg zu den Gewinnern. Die Kommunen bekamen Geld, um innovative Projekte anzustoßen. Der Landkreis Calw erhielt mit fünf Millionen Euro die höchste Summe. Daraus finanzierte der Kreis eigene Projekte wie eine Social-Media-Kampagne. Die sollte junge Menschen ansprechen und für eine Ausbildung im Handwerk begeistern. Denn Heizungstechniker oder Zimmerer werden benötigt, um auch künftig Klimaschutzprojekte umsetzen zu können – so die Idee dahinter.
Von Lastenrädern bis PV-Anlage
Und der Landkreis setzte einen Innovationsfonds auf. Durch den sollte ein Teil der fünf Millionen Euro direkt an die Kommunen fließen. Diese konnten sich mit Projektideen bewerben. Der Landkreis wählte dann Gemeinden aus, die in den Genuss der Förderung kamen. So gibt es in Ebhausen mittlerweile zwei Leih-Lastenräder. Zudem hat der dortige Bauhof ein E-Fahrzeug bekommen. Neubulach hat durch die Förderung nach Auslaufen der EEG-Förderung eine bestehende PV-Anlage auf der Sporthalle übernommen. Höfen an der Enz hat eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die das Potenzial zur Wärmeversorgung mit Geothermie und durch eine Flusswärmepumpe prüft. Auch Bad Herrenalb prüft mithilfe der Gelder aus dem Innovationsfonds geothermische Möglichkeiten.
Dritte Förderrunde steht an
Zwei Förderrunden des Innovationsfonds gab es schon. 27 Anträge reichten die Kommunen ein. 18 Projekte bekamen den Zuschlag. Insgesamt rund 900 000 Euro sind so nach Angaben des Landratsamtes in die Kommunen geflossen. Und nun, so verkündete es der Erste Landesbeamte Frank Wiehe im Umweltausschuss, gibt es eine dritte Förderrunde. „Wir haben noch Mittel übrig“, sagte er. 600 000 Euro könnten in dieser dritten Runde verteilt werden. Die Zeit dränge. Denn das Geld müsse nach Landesvorgaben bis März 2027 ausgegeben sein. Um diesen Rahmen einzuhalten, müssten nun schnell über die Förderzusagen an die Kommunen entschieden werden.
Wiehe schlug deshalb vor, dass der Arbeitskreis Klimaschutz die Auswahl der Gewinnerprojekte übernehme. Sonst müsse sich der Umweltausschuss zu einer Sondersitzung treffen. Auch der Arbeitskreis brauche dafür eine Sondersitzung, warf Jürgen Gauß (CDU) ein. Er war dafür, dass der Ausschuss selbst über die Vergaben entscheide. „Das sollten wir nicht aus der Hand geben“, sagte Gauß. Dem stimmte der Ausschuss mehrheitlich zu. Die Sondersitzung soll im Januar stattfinden.
Punktzahl entscheidet über Förderung
Bis dahin haben die Kommunen also nun die Möglichkeit, ihre Projekte einzureichen. Dabei gibt es die Möglichkeit einer Anteiligen Förderung der Projekte bis hin zur Vollförderung. Maximal werden aber 100 000 Euro pro Projekt ausbezahlt. Wer den Zuschlag bekommt, richtet sich nach einer Bewertungstabelle.
Dabei spielen unter anderem das eingesparte CO₂, die Effizienz, Verzicht auf fossile Brennstoffe, die Übertragbarkeit auf andere Kommunen und die Originalität eine Rolle. Diese Faktoren werden in der Bewertung unterschiedlich stark gewichtet und pro Kategorie Punkte vergeben. Nach dieser Punktzahl richtet sich der Anteil, den der Landkreis an den Projektkosten übernimmt.