Bernhard Lohner und Christa Sagawe freuen sich über den neuen Monitor und die Medientechnik, die dank Fördergelder Einzug ins Museum gehalten hat. Foto: Zoller

Über das "Soforthilfeprogramm Heimatmuseen 2021" hat das Ziegelmuseum in Bad Herrenalb eine Sonderzahlung vom Bund über 6000 Euro für Investitionen erhalten.

Bad Herrenalb - "Das ist Ansporn und Anerkennung zugleich", so Christa Sagawe, die diese finanzielle Unterstützung als schönen Lohn für die ehrenamtliche Tätigkeit der Mitglieder bezeichnet. Für die erste Vorsitzende des Fördervereins Museum Bad Herrenalb kommt der Geldsegen zum richtigen Zeitpunkt. Mit dem Zuschuss aus Mitteln der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) können laut einer Pressemitteilung nicht nur die pandemiebedingten Ausfälle abgefedert, sondern zudem Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen vorgenommen werden. "Damit schaffen wir einen Mehrwert für unsere Besucher", argumentiert Bernhard Lohner, zweiter Vorsitzender des Fördervereins, und betont die Anschaffung einer attraktiven Medientechnik für die Veranstaltungen im Museum. Nicht ohne Stolz verweist er auf den großen Monitor. "Hier können wir nun endlich die von einem Fördermitglied erstellte Präsentation zu unseren Ausstellungsräumen und Exponaten zeigen."

Alltägliches und Außergewöhnliches

Das Museumsgebäude in der Fußgängerzone von Bad Herrenalb beherbergt seit 2006 das Ziegelmuseum und wurde gefördert durch die Leader Aktionsgruppe Nordschwarzwald mit Mitteln aus der Europäischen Union sowie des Landes Baden-Württemberg.

In einer Dauerausstellung sind die 180 Feierabendziegel aus der Sammlung Bernd zu sehen, die Motivziegel zeigen, auf denen die Ziegler Alltägliches und Außergewöhnliches in den noch feuchten Ton ritzten. Weiterhin widmet sich die Ausstellung dem Geschehen der Herrenalber Klosterziegelhütte und zeigt wertvolle Exponate aus dem 15. Jahrhundert. Besonders attraktiv sind zudem die von Hand geformten Firstziegel, die die Funktion hatten, Böses vom Dach fernzuhalten. Sie sind tönerne Plastiken in unterschiedlichen Ausprägungen im Museum zu sehen.

Einblick in Schreibwerkstatt der Mönche

Neben der Geschichte rund um das Dach, der Ziegler und der Ziegelhütten bietet das direkt gegenüber der Klosterkirche gelegene Museum einen besonderen Einblick in die Schreibwerkstatt der Mönche. Zu sehen ist die originalgetreue Faksimile-Ausgabe des "Herrenalber Gebetbuches", dessen Original in den Jahren 1482 bis 1484 in Herrenalb entstanden ist. Schließlich und endlich sind noch sechs auf historischer Grundlage basierende Wald-Glas-Repliken ausgestellt, die das Handwerk der Glasherstellung im Mittelalter bezeugen und damit auf die Kunst der Glasmacher und ihrer Glashütten im Gaistal verweisen.

Kreativbereich für Mitmachaktionen

Mit diesem Konzept zählt das Ziegelmuseum bundesweit zu den ausgewählten 186 Heimatmuseen, die als "Bewahrort für regionale Geschichte und Erinnerung" durch den Deutschen Verband für Archäologie (DVA) die Unterstützung erhalten haben. Da sich das ehrenamtlich geführte Museum lediglich über Spenden, Mitgliedsbeiträge und Eintrittsgelder finanziert, ist diese Förderung mehr als nur willkommen. "Ein wichtiger Bestandteil unseres Museumskonzeptes ist nicht nur die Dauerausstellung auf 200 Quadratmetern, sondern zudem die beiden Räume für Wechselausstellungen und der Kreativbereich für Mitmachaktionen", so Sagawe, die aktiv Ausschau nach Unterstützern und neuen Mitgliedern für den Förderverein Ausschau hält.

In Medientechnik investiert

Seit September 2019 im Amt, versucht sie mittels Sonderführungen und -aktionen die Kasse zu füllen. "Im letzten Jahr war der Verkauf von bepflanzten Ziegeln mit Sukkulenten recht erfolgreich, und drei zusätzliche Sonderausstellungen boten ein interessantes Erlebnis im Museum." Mit neuen Ideen soll nun nach der Winterpause in die neue Saison gestartet werden. "Wir haben den Flur und den Veranstaltungsraum neu gestrichen und in Medientechnik samt Monitor investiert", berichtet Sagawe, die zudem über die Anschaffung von 20 Stühlen und fünf Tischen berichtet.

Während sich der Bastelraum im Museum zur Ausrichtung von Kindergeburtstagsfesten eignet, soll künftig der Veranstaltungsraum mit Platz für bis zu 30 Gästen verstärkt für Vorträge, Lesungen und Informationsveranstaltungen vermietet und genutzt werden. Die variabel einsetzbare Bestuhlung eignet sich dafür ebenso wie für die Idee zum Museums-Café, das bereits im Vorjahr im Vorgarten des Museums Premiere feierte, nun aber verstärkt in den Fokus rücken soll. Geöffnet wird das Ziegelmuseum 2022 am Sonntag vor Ostern und für den Internationalen Museumstag am 15. Mai sind bereits Veranstaltungen und Themen rund um das Kloster sowie das Herrenalber Gebetbuch geplant.

Info: Wer das Ziegelmuseum in Bad Herrenalb unterstützen, oder als Mitglied dem Förderverein beitreten möchte, kann sich melden bei Christa Sagawe, info@museum-bad-herrenalb.de. Weitere Informationen gibt es im Internet unter

https://museum-bad-herrenalb.de/.