Einst die Bäckerei Jansa, nun ein Leerstand in der Königsfelder Ortsmitte: Auch an dieser Stelle könnte ein Pop-up-Store einziehen. Foto: Helen Moser

Mit Pop-up-Stores gegen Leerstände in der Ortsmitte – darauf setzt Königsfeld seit Anfang Juli. Wobei es bislang bei der Idee geblieben ist. Denn die zwei zur Verfügung stehenden Flächen sind noch immer frei. Und konkrete Pläne gibt es aktuell nicht.

Pop-up-Stores sollen in der Königsfelder Ortsmitte Leerstände ersetzen. Bereits seit Anfang Juli stehen dafür Fördermittel aus einem Programm zur Verfügung, das die Gemeinde aufgelegt hat. Viel getan hat sich nach gut drei Monaten aber noch nicht. Beide zur Verfügung stehenden Leerstände sind nach wie vor genau das: Leerstände.

 

Die Idee der Pop-up-Stores ist denkbar einfach: Dahinter steht die Konzeption, „mit einerseits überschaubarem finanziellem Einsatz eine Geschäftsidee zu starten und anderseits, gewerbliche Leerstände in Städten mit Leben zu füllen“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeindeverwaltung, in welcher diese die Werbetrommel für die Pop-up-Stores rührt.

Denn von dem Konzept profitiert auch die Gemeinde: Um den Einzelhandelsstandort zu beleben und Leerstände zu reaktivieren, haben Verwaltung und Gemeinderat das Förderprogramm für die Pop-up-Stores auf den Weg gebracht. Dabei agiert die Gemeinde „als Vermittler zwischen Vermieter und Existenzgründer“, wie es aus dem Rathaus heißt.

Finanzielle Starthilfe

Zusätzlich gibt es eine finanzielle Starthilfe, indem die Gemeinde zeitlich befristet die Kaltmiete und Kosten für Werbung übernimmt. Dafür kann die Kommune nach eigenen Angaben Fördermittel aus dem Sofortprogramm Einzelhandel/Innenstadt des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg abrufen.

Bislang noch keine der Ideen umgesetzt

Theoretisch ist also alles bereit – die beiden Immobilien, die in der Königsfelder Ortsmitte für Pop-up-Stores bereitstehen, haben sich allerdings noch nicht mit Leben gefüllt. Sowohl die Räume an der Ecke Zinzendorfplatz und Gartenstraße, in denen bis Ende 2022 die Metzgerei Riesle untergebracht war, als auch die ehemalige Bäckerei Jansa, die im Sommer 2023 ihren Betrieb einstellte, stehen nach wie vor leer.

Vier Interessenten hätten sich bereits bei der Gemeindeverwaltung gemeldet, sagt Kämmerin Irmgard Kern-Kaiser im Gespräch mit unserer Redaktion. Bislang erwuchs aus diesem Interesse jedoch noch nichts Konkretes. „Die haben alle wieder zurückgezogen“, bedauert Kern-Kaiser.

Bereits zum Ende des Jahres 2022 hat die Metzgerei Riesle ihr Geschäft in Königsfeld aufgegeben. Seitdem stehen die Flächen an der Ecke Zinzendorfplatz und Gartenstraße leer. Foto: Helen Moser

Nicht alle Ideen umsetzbar

Tamara Hummel, bei der Gemeindeverwaltung unter anderem für Liegenschaften zuständig, sieht als Ursache vor allem die Voraussetzungen der leerstehenden Flächen. In beiden Verkaufsräumen befinden sich große Theken, die dafür sorgen, dass nicht jede Idee umsetzbar ist. Da die beiden Immobilien in Privatbesitz sind, ist eine Umgestaltung der Verkaufsräume nur bedingt möglich.

„Gesucht werden Gründer mit einer individuellen, kreativen Idee, die Lust haben, diese auszuprobieren. Aber auch etablierte Geschäftsleute sind eingeladen, eine neue Dienstleistung oder ein anderes Branding auf diese Weise zu testen“, ruft die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung auf. Der Vorteil: Wer einen Pop-up-Store eröffnet, könne die Vorzüge des temporären Konzepts nutzen, „um auf sein Produkt oder seine Dienstleistung aufmerksam zu machen, ohne sich an Mietverträge binden zu müssen“.

„Hauptsache, man hat den Leerstand weg“

Egal ob eine kurz- oder eine längerfristige Nutzung – „wir sind froh, wenn wir überhaupt Interessenten haben“, betont Kern Kaiser. „Hauptsache man hat den Leerstand weg.“ Die Aktion läuft noch bis zum Ende dieses Jahres. Hummel ist nicht zuversichtlich, dass sich bis dahin noch eine Nutzung für die beiden Leerstände finden lässt – dennoch lässt sie sich gerne positiv überraschen. „An uns soll es nicht liegen.“

Wer Interesse hat, kann sich mit seiner Geschäftsidee unter E-Mail tamara.hummel@koenigsfeld.de oder unter Telefon 07725/80 09 31 bei der Verwaltung melden.