Nein zur Nahwärme, Ja zu erneuerbarem Strom: Die Gemeinde Unterkirnach beantragt eine Förderung für die Strom- und Wärmeversorgung.
Zukunftssicher muss die Versorgung sein. Eine ortsumfassende Quartierentwicklung soll dabei in Unterkirnach helfen.
Patrick Doll, Leiter des Sachgebiets Liegenschaften, ließ im Gemeinderat die bisherigen Überlegungen im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung Revue passieren. „Wegen der anspruchsvollen Topographie und dem Fehlen von Wärmequellen ist die Errichtung von Nahwärmenetzen in Unterkirnach wenig sinnvoll“, fasste er zusammen. Die Nutzung erneuerbarer Elektrizität sei der zukunftsweisendere Weg, machte Doll deutlich.
In diese Zielrichtung stößt das Förderprogramm 432 der Kreditanstalt für Wiederaufbau, von dem die Schwarzwaldgemeinde nun profitieren will.
In der Sitzungsvorlage ging es zunächst um den Förderantrag, den Unterkirnach kurzfristig in Zusammenarbeit mit der Firma Greenventory aus Freiburg stellen will. „Auf maximal 2000 Euro belaufen sich hierfür die Kosten“, machte Doll deutlich. Für die nachfolgende Erstellung eines Quartierkonzepts, über die der Gemeinderat getrennt entscheiden muss, warf er Kosten in Höhe von 150.000 Euro in den Raum. Weil Unterkirnach als finanzschwache Gemeinde eine Förderung in Höhe von 90 Prozent erwarten darf, wären dann nur 15.000 Euro selbst aufzubringen.
Stromkosten reduzieren
In dem anvisierten Projekt werden laut Doll Wärme, Elektrizität und Mobilität gleichermaßen betrachtet. Zusätzlich sei auch die Erzeugung, Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energie Bestandteil der Überlegungen, führte er aus. Zudem machte er deutlich, dass weder für Bürger noch für die Gemeinde eine Verpflichtung aus der Erstellung des Konzepts entstehe.
Patrick Seng erinnerte daran, dass Unterkirnach im Jahr 2021 dem baden-württembergischen Klimaschutzpakt beigetreten sei. Er hatte auch bereits eine konkrete Maßnahme im Nachgang zur Erstellung des Energiekonzepts im Kopf. „Die Kläranlage verursacht pro Jahr etwa 30.000 Euro Stromkosten. Gleichzeitig produzieren wir viel erneuerbaren Strom. Energy-Sharing könnte uns dabei helfen, Stromkosten zu sparen“, führte er aus.
Investition für die Zukunft
„Das ist eine echte Investition in die Zukunft. Diese wird sich zurückzahlen“, warb Klaus Kuhnt für das Vorhaben. Martin Kuberczyk sprach von einer sinnvollen Investition, die einen Mehrwert generiere. Allerdings macht der christdemokratische Gemeinderat auch den ergänzenden Hinweis, dass es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde handle. Genau diese stehen im Zusammenhang mit der notwendigen Haushaltskonsolidierung aber demnächst auf dem Prüfstand. „Wir müssen darauf schauen, den freiwilligen Gemeindeanteil runterzubringen“, gab Kuberczyk die Zielrichtung vor.
Der Gemeinderat beschloss bei einer Enthaltung von Susanne Ciampa mehrheitlich, den Förderantrag im Programm 432 der Kreditanstalt zum Preis von bis zu 2000 Euro zu stellen.