Noch einmal musste sich jetzt der Schömberger Gemeinderat mit dem Themen-Komplex "Neubau Fly-Line, Flying Fox, Lager- und Servicegebäude" beschäftigen. (Symbolfoto) Foto: Pixabay/AaronHM

Genehmigungsbehörde will es genau wissen. Parkplatzsituation wird bis Frühjahr geklärt.

Schömberg - Noch einmal musste sich jetzt der Schömberger Gemeinderat mit dem Themen-Komplex "Neubau Fly-Line, Flying Fox, Lager- und Servicegebäude" beschäftigen – weil das Regierungspräsidium Freiburg es bei der Genehmigung der sogenannten "Waldumwandlung" ganz genau haben wollte.

Zwar hatte der Gemeinderat der zur Realisierung des gesamten Bauvorhabens erforderlichen "dauerhaften" Waldumwandlung gemäß dem gültigen Landeswaldgesetz bereits auf seiner Sitzung vom März 2020 einstimmig zugestimmt. Allerdings hatte das Regierungspräsidium Freiburg bei der Prüfung der zwischenzeitlich eingereichten Antragsunterlagen zu dieser Waldumwandlung im diesbezüglichen Areal festgestellt, dass für die lediglich befristete Inanspruchnahme von Waldflächen eine eigenständige, entsprechende gemeinderätliche Beschlussfassung nachgereicht werden müsste. Meint: Für Bau und Betrieb der Fly-Line wird ursprünglich vorhandener Wald also nicht nur auf Dauer "umgewandelt" – sprich: abgeholzt – um Platz zu machen etwa eben für die (bereits genehmigten) Lager- und Servicegebäude oder auch die Absprung- und Stützkonstruktionen samt Fundamenten und "Abspannungen" speziell für die Fly-Line. Sondern es wird auch "befristete" und "temporär befristete" Waldumwandlungen geben, für die es diese ausdrückliche, eigene Beschlussfassung braucht. Was auch noch einmal auch ausführlicheren Erklärungsbedarf im Gemeinderat und auch bereits in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung hervorrief, den Bauamtsleiter Martin Dittler zu befriedigen versuchte.

Förster schockiert über massive Eingriffe

Demnach betrifft die "befristete" Waldumwandlung eben jene Flächen, die "auf Zeit" – in diesem Fall erst einmal für die nächsten zehn Jahre, entsprechend dem getroffenen Konzessionsvertrag mit dem Betreiber – für die eigentliche Trassen-Führung der Fly-Line freigeschlagen und dann auch frei gehalten werden müssen. Allerdings: Sind die ersten zehn Jahre rum, wird sich mutmaßlich die "befristete Waldumwandlung" automatisch um weitere zehn Jahre verlängern – und so weiter; bis irgendwann in ferner Zukunft vielleicht die Bahn doch einmal wieder abgebaut würde. Dann bekäme der Wald seine befristet umgewandelten Flächen wieder zurück.

Demgegenüber betrifft die "temporär befristete" Waldumwandlung nur jene Flächen, die für die reine Aufbauzeit der Fly-Line für Maschinen und Baustellen-Einrichtung benötigt würden. Auch dafür müssten zwar konkret vorhandene Bäume gefällt werden, aber die würden anschließend – mutmaßlich nach nur wenigen Monaten – "durch Aufforstung oder auch natürlichen Bewuchs" wieder zur ursprünglichen Waldfläche hinzugefügt. Sobald die Fly-Line errichtet sei und die Baustelle wieder abgeräumt werden könnte.

Gleichwohl zeigte sich aber etwa Gemeinderat Andreas Karcher (MUZ), selbst Förster, sichtlich schockiert von dem doch massiveren Eingriff in den Wald als bisher gedacht. "Das ist eine neue Situation", mit der er "wirkliche Probleme" habe. Ob es da nicht doch noch Potenzial gebe, die zu opfernde Waldfläche "auf ein absolutes Mindestmaß" zu reduzieren. Bürgermeister Matthias Leyn unterstrich in seiner Entgegnung, dass man mit dem Bauherren und Betreiber bereits alle Möglichkeiten ausgelotet habe, um die Eingriffe in den Wald auf "das aller Nötigste" zu reduzieren. Das, was man jetzt zu entscheiden habe, stelle diese Mindestanforderung dar.

Lesen Sie auch: "Anwohner machen gegen Stahlseilrutsche mobil"

Gemeinderat Jörg Krax (ebenfalls MUZ und Förster) ergänzte, dass "der Wald westlich vom Turm" (gemeint ist der Aussichtsturm "Himmelsglück"), der bekanntlich in der Nähe der Absprung-Konstruktion des Fly-Line gelegen sei, wegen Sturmereignissen und Käferbefall "nicht mehr da" sei – und man deshalb dort nicht noch mehr Wald "wegnehmen" sollte, weil sonst "bald gar keine Waldkulisse" rund um Aussichtsturm und den Freizeitanlagen mehr vorhanden sei. Vor allem "die Dimension der Abspann-Konstruktionen" der Fly-Line seien ihm bisher "nicht bewusst" gewesen. Es gehe ihm nicht darum, so Krax, "wirklich jeden einzelnen Baum zu erhalten". Aber man müsse doch "so viel Wald erhalten wie nur irgendwie möglich". Vorbild sei da für ihn der Baumwipfelpfad in Bad Wildbad, der mit nur minimalsten Eingriffen in den unmittelbar angrenzenden Baumbestand auskomme – und diesen so auch direkt erlebbar mache für Besucher.

Für einen weiteren, eher allgemeinen Aspekt nutzte Gemeinderat Tino Bayer (UWV) die Diskussion um die Waldumwandlung im Zusammenhang mit dem Aufbau der Fly-Line: Er "bitte um eine gute Lösung" in Bezug auf die künftige Parkplatz-Situation rund um Fly-Line und Aussichtsturm – die auch auf den Bedarf des TSV Schömberg mit seinen angrenzenden Trainingsflächen ausreichend Rücksicht nehme, gerade auch mit Blick auf dessen wichtigen Beitrag zur Kinder- und Jugendarbeit: "Die brauchen eigene Parkplätze da unten", so Bayer.

Konzept angekündigt

Auch hier bestätigte Leyn, dass man bereits an dem Thema aktiv arbeite, auch im Gespräch mit den TSV-Verantwortlichen: "Wir haben da einen Lösungsweg", man sei auf das Thema sensibilisiert. Er kündigte zudem an, dass dazu "im Frühjahr" ein detailliertes "Verkehrskonzept" für Aussichtsturm und die angrenzenden Einrichtungen im Gemeinderat vorgestellt werden solle – das dann auch auf die Parkplatz-Situation und das geplante Management derselben eingehen werde.

Der Gemeinderat stimmte schließlich der von der Verwaltung vorgeschlagen befristeten und temporär befristeten Waldumwandlung in Bezug auf die Einrichtungen der geplanten Fly-Line bei einer Stimmen-Enthaltung mehrheitlich zu.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: