Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Fluorn-Winzeln Weg in eine neue Existenz

Von
Fotos: Mauch Foto: Schwarzwälder Bote

Der Waldhof in Winzeln wird schon seit Generationen von der Familie von Roswitha Mauch betrieben. Vergangenes Jahr traf sie gemeinsam mit ihrem Mann Georg die Entscheidung, die Schweinezucht aufzugeben. Stattdessen gründeten sie eine Ölmanufaktur. Ein Entschluss, den das Ehepaar nicht bereut hat.

Fluorn-Winzeln. Mehr als 200 Mutterschweine standen zuletzt in den Ställen des Waldhofs. Die Ferkelzucht war einträglich und sicherte der fünfköpfigen Familie die Existenz. Doch aufgrund neuer Gesetze und Auflagen wäre auf die Mauchs eine größere Investition im siebenstelligen Bereich zugekommen. Die wollten die 53-Jährigen nicht schultern. Sie entschlossen sich schweren Herzens, sich von den Tieren zu trennen und ganz neue Wege zu gehen.

Wobei – völlig anders sind die Wege nicht. Denn auch der jetzige Broterwerb spielt sich in der Landwirtschaft ab. Die macht den beiden nämlich nach wie vor Spaß. Landwirtschaftstechniker Georg Mauch, der den Hof 1995 von den Eltern seiner Frau übernommen hat, liebt seinen Beruf, obgleich er mit der Gesetzgebung nicht immer einverstanden ist.

Im Gespräch mit einem Bekannten wurde er auf die Leindotterpflanze aufmerksam. Dem Kreuzblütengewächs werden viele heilende Kräfte zugeschrieben. Das weckte Mauchs Interesse, und mit seiner Begeisterung steckte er seine Frau Roswitha an. Das Hippokrates-Zitat "Unsere Nahrungsmittel sollten Heil-, unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.", findet sich inzwischen auf dem Flyer der Ölmanufaktur.

Georg Mauch informierte sich ausgiebig über die Leindotterpflanze, und darüber, ob sie auf seinen Feldern überhaupt gedeihen kann. Sie kann. Nach der zweiten Ernte kauften die Mauchs eine Ölpresse. Seither kann man ihr Leindotteröl, das zu 100 Prozent aus Leindottersamen besteht, in Flaschen abgefüllt kaufen. Zum Sortiment gehören außerdem Raps-, Senf- und Hanföl – allesamt kaltgepresst, in einem Verfahren unter 40 Grad Celsius. Die Erstpressungen, andere kommen bei Mauchs nicht in die Flasche, werden nicht gefiltert. Sie können sich in Edelstahlbehältern absetzen. Von PVC-Behältnissen hält Georg Mauch nichts. Die Pflanzen, aus denen die Öle gewonnen werden, baut Georg Mauch alle selbst an – auf den Feldern, auf denen früher das Getreide für die Schweine wuchs. Auf 20 Hektar gedeihen jetzt die Ölfrüchte.

Die Idee der Mauchs weckte die Neugier der Fluorn-Winzelner und – dank Internet – auch weit darüber hinaus. Vor Kurzem hatte das Paar deshalb zu zwei Felderbegehungen eingeladen. Das Interesse war immens. Trotz des Regens an diesem Tag wollten insgesamt 200 Menschen sehen, wo der Rohstoff für die Öle wächst (großes Foto).

Auch Mitglieder des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins zeigten sich wissbegierig. Der Anbau erfolge übrigens biologisch, auch wenn es dafür kein Siegel gibt. Roswitha und Georg Mauch gehen in ihrem neuen Wirkungskreis ganz auf. Sie nehmen deutschlandweit an Messen teil. Ihr Bekanntheitsgrad ist mittlerweile so gestiegen, dass sie sich nicht mehr antragen müssen, sondern bereits angefragt werden.

Die heilende Kraft der Öle – sei es zur Senkung des Cholesterinwerts oder zur Bekämpfung von Schuppenflechte – haben ihnen Kunden schon bestätigt. "Und gut schmecken tut es natürlich auch." Sie planen daher in den kommenden Jahren noch mehr zu investieren und die Ölmanufaktur weiter auszubauen.

Fotostrecke
Artikel bewerten
5
loading

Ihre Redaktion vor Ort Oberndorf

Marcella Danner

Fax: 07423 78-373

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.