Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Fluorn-Winzeln Produktion ist auf den Kopf gestellt

Von
Dieses Foto entstand zum 90-jährigen Bestehen der Landmetzgerei Heinzelmann in Fluorn. Inzwischen wird mit noch mehr Schutzausrüstung produziert. Foto: Scheurenbrand Foto: Schwarzwälder Bote

Für die Landmetzgerei Heinzelmann in Fluorn bedeutet die Corona-Situation enorme Herausforderungen. Chefin Gabriele Scheurenbrand erhofft sich, dass das Handwerk durch die Krise wieder Anerkennung findet und sich mehr junge Menschen zum Metzger ausbilden lassen.

Fluorn-Winzeln. Vor zwei Jahren konnte die Landmetzgerei das 90. Jubiläum feiern. Die Geschäftsführer Gabriele und Walter sowie Sohn Rainer Scheurenbrand tragen die Verantwortung für 70 Mitarbeiter.

"Unsere ganze Produktion ist auf den Kopf gestellt", berichtet Gabriele Scheurenbrand. Im Fluorner Gewerbegebiet – "wir stehen zu unserem Standort " – wird in Produktionshalle und Logistik-zentrum inzwischen entzerrt gearbeitet. Das bedeutet, die Arbeitszeiten der einzelnen Mitarbeiter werden breiter über den Tag verteilt, um den geforderten Mindestabstand so gut wie möglich einhalten zu können.

Hygiene wird in der Lebensmittelproduktion ohnehin groß geschrieben. In Zeiten von Corona tragen die Beschäftigten nun sogenannte "Astrohauben". "Da gucken nur noch die Augen raus", beschreibt Gabriele Scheurenbrand die Schutzausrüstung. Es sehe fast aus, wie im Krankenhaus-OP.

Doch was da täglich an Wurst- und Fleischwaren produziert wird, muss auch an den Mann oder die Frau gebracht werden. Nachdem die Belieferung von Wochenmärkten und die Filialen nur wenig Möglichkeit boten, als Betrieb zu wachsen, wagte Walter Scheurenbrand zu Beginn der 1980er-Jahre den Sprung zur Belieferung von Supermärkten. So finden sich in mehr als 300 Geschäften von Handelsketten in Baden-Württemberg und Bayern in den Kühltheken Wurstwaren und Schinkenspezialitäten der Landmetzgerei.

Die Sonderstände mit Verkostung dürfen jedoch derzeit nicht betrieben werden. Für die Mitarbeiterinnen, die dafür angestellt sind, musste Gabriele Scheurenbrand deshalb jetzt Kurzarbeit beantragen. Sie wohnen in ganz Baden-Württemberg verteilt, um möglich kurze Anreisewege zu den jeweiligen Supermärkten zu haben. Ein Einsatz in Fluorn sei deshalb nicht möglich. Noch zur Jahresbeginn seien diese Mitarbeiterin aufwendig geschult worden – auch im Hinblick auf den Einsatz von kompostieren Alternativen zu Plasikgabeln bei der Verkostung. Entlang der badischen Achse brächen zudem die Thekenumsätze weg, da die Kunden aus Frankreich und aus der Schweiz derzeit nicht einreisen dürfen.

Die meisten Därme zur Wurstherstellung kommen heutzutage aus China. Ihr Sohn habe rechtzeitig reagiert und den Betrieb entsprechend bevorratet. Auch die Gewürzlieferung funktioniere noch gut.

"Wir sind jetzt systemrelevant", sagt die Firmenchefin. Sie erhofft sich von der Corona-Krise eine höhere Anerkennung des Handwerksberufs Metzger. Wenn es so weitergehe, sei die Berufsschule in Schwenningen nicht mehr genug ausgelastet, so wenige junge Menschen erlernten dieses Handwerk. Scheurenbrand selbst ist mit Herzblut Metzgerin, hat den Meistertitel und steht auch heute noch in der Produktion – etwa wenn es darum gefüllte Kalbsbrust herzurichten.

Ihre Redaktion vor Ort Oberndorf

Marcella Danner

Fax: 07423 78-373

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.