Der Tuchbleichschacht ist abgesichert. Foto: Moosmann Foto: Schwarzwälder Bote

Natur: Tuchbleichschacht in Winzeln

Fluorn-Winzeln. Normalerweise hat man festen Boden unter den Füßen. In einem Karstgebiet, wie zwischen Beffendorf, Hochmössingen und Winzeln, ist das nicht selbstverständlich: Das Kalkgestein unter der Pflanzendecke sieht oft wie ein Schweizer Käse aus. Der Stein wird vom Regenwasser ausgehöhlt, das sich unter der Humusschicht auf dem wasserdichten Ton ansammelt. Wenn die Decke einer solchen Höhlung eines Tages zu dünn wird, bricht sie ein. Eine Doline entsteht.

Solch einen Erdeinbruch gab es vor 20 Jahren im Gewann Tuchbleiche in einer Feldhecke zwischen Winzeln und dem Sportplatz. Mit seiner 3,5 Meter großen Öffnung, die rund 35 Meter abfällt und sich zu einem Kessel mit 30 Metern ausweitet, ist der Tuchbleichschacht landesweit einmalig. Der Oberndorfer Hobby-Speläologe Wolfgang Strittmatter erkundete einmal die Höhle und entdeckte einen weiteren Schacht. Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Rottweil stellte die Höhle unter Denkmalschutz. Auf die Initiative eines Bürgers hin, stellten der Landkreis, das Land und die EU 8000 Euro zur Verfügung, um einen zwei Meter hohen Zaun mit Fundament und abschließbarer Türe zur Absicherung zu errichten.

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