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Fluorn-Winzeln In der Ferne lockt das Glück

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Eine Kopie des Briefs von Babette Jung aus Amerika an ihre Schwester Regina Frey in Winzeln. Der Poststempel trägt als Datum den 26. März 1920.Foto: Moosmann Foto: Schwarzwälder Bote

Fluorn-Winzeln. Die Ortschronik berichtete im Jahre 1846 kurz und bündig: Es wanderten 25 Personen infolge der großen Not nach Amerika aus. Vor 1846 haben mindestens 40 Personen ihr Heil über dem großen Teich gesucht. Einige waren als Vorhut allein ausgewandert wie der gebürtige Winzelner Jakob Schmid, genannt s’Öl-Matheisa. Er war schon in frühester Jugend ausgewandert und redete den jungen Leuten zur Auswanderung zu. Er malte die neue Heimat in den schillerndsten Farben, bis sie sich zur Auswanderung entschlossen. Manche ließen bewusst Frau und Kinder zurück.

Ob alle das fanden, was sie sich erhofften? Um die Auswanderung armer Ortsangehöriger nach Amerika zu fördern und besonders jenen Frauen und Kindern, deren Männer und Väter schon dorthin entlaufen waren, dazu behilflich zu sein, entschlossen sich die Ortsvorsteher (Schultheißen), den Familien 100 Gulden als Reisegeld aus der Kommunalkasse zu geben. In mehreren Fällen wurde weit mehr gegeben.

Von den Amerika-Auswanderern wurden auch Briefe in die Alte Heimat geschrieben wie zum Beispiel von Babette Jung geborene Schmid an die Schwester Regina Frey, geborene Schmid in Winzeln. Der Brief kam aus Lincoln. Babette Jung schrieb am 14. Mai 1920: "Liebe Schwester Regina, deinen Brief habe ich erhalten, und habe daraus gesehen, wie traurig es in unserer Heimat aussieht. Ich lege vorerst 2 Thaler in den Brief ein und wenn er gut ankommt, thue ich es öfters auf diese Weise, ich glaube es ist sicherer auf diese Art, denn eingeschrieben, da weis jeder, dass Geld darin ist und wird oft gestohlen, lass mich wissen, wenn du es erhalten hast.

Es wird hier unter Deutschen viel für die Not drüben gesammelt, aber es sind zu viele Arme, dass jeder etwas davon bekommt. Es thut mir leid, dass du durch den schrecklichen Krieg verloren hast. Was macht Bruder Franz und die Schwestern, s’Bühlers, s’Reisers, s’Lauxa? Schreibe mir auch, wer im Krieg umgekommen ist von den Winzlern.

In diesem Sommer ist es 20 Jahre her, dass ich und mein Mann draußen auf Besuch waren. Wir reisten 3 Monat durch ganz Deutschland, es waren schöne Zeiten. 10 Jahre später wollten wir wieder hinaus gehen (Deutschland). Da starb mein Mann. Wir sind miteinander fast durch ganz Amerika gereist, ich habe viel gesehen und erlebt.

2 Jahre nach starb meine Schwester Theresia, ich war bei ihr bis sie starb, später heiratete ich meinen Schwager. Wir wohnen auf dem Lande, aber nahe bei der Stadt, haben ein Haus und einen Garten, ich kann alles was wir brauchen selber ziehen, natürlich gibt es genug zu thun, aber ich habe dann etwas davon. Bruder Otto kommt oft zu uns auf einen Sonntag. Louise mit ihren zwei Kindern will uns auch in diesem Sommer besuchen.

Schwester Maria war auch schon hier, nur Agathe ist bös, sie kommt nicht, es ist nicht meine Schuld, es ist Schuld ihres Mannes. Ihr Mann wollte von Therese etwas haben, als er es nicht bekam, waren sie böse auf uns, es thut mir leid um Agathe, ich mag sie gerne. Bitte lasst mich gleich wissen, wenn der Brief angekommen ist und seit alle herzlich gegrüßt von meinem Mann und eurer Schwester Babette."

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