Rückblick: In Fluorn-Winzeln bewegt sich 2018 einiges / Kommunalwahlen werfen ihre Schatten voraus

Das Signal ist klar: In Fluorn-Winzeln geht’s voran. Jahresrück- und Ausblick von Bürgermeister Bernhard Tjaden und dessen Stellvertreter Joachim Schmid untermauern, was möglicherweise nicht so wahrgenommen wird.

Fluorn-Winzeln. Tjaden steigt mit einem Beispiel ein, das für die Infrastruktur der Gemeinde vielleicht nicht entscheidend ist, ein bisschen aber den Blick auf Qualitäten lenkt, die auch zur Attraktivität beitragen: Das frisch sanierte Jägerhäusle sei "ein echtes Schmuckstück" geworden. Dem Dank für das Engagement in Sachen Gestaltung und Arbeitseinsatz schließt er den Dank für die Pflege des Kommunalwaldes insgesamt an. Immerhin ist der Forst in Fluorn-Winzeln eine Säule, die sich im Gesamtpaket durchaus sehen lassen kann.

Weit dickere Fische werden allerdings in den Ortslagen selbst bewegt. Im ablaufenden Jahr war das die Sanierung der Rötenberger Straße. Nicht nur sie zog sich über Jahresfrist hin, die Vorbereitungen selbst erstreckten sich über viele Jahre und etlicher Testfahrten bei Besuchen der Polit-Prominenz über die Rüttelpiste. Insgesamt rund zweieinhalb Millionen Euro werden am Ende fällig. Aber: "Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen". Zumal auch in der Erde kräftig aufgerüstet wurde.

Aufgerüstet, beziehungsweise auf einen neuen Stand gebracht, hat man auch die Eigenwasserversorgung in Winzeln, nachdem, ebenfalls nach längerem Vorlauf, die Entscheidung für den Erhalt gefallen ist. Insgesamt rund 600 000 Euro kostet die Investition in die Infrastruktur. Beim Tag der offenen Tür konnte die neue Technik besichtigt werden. Und dann ist da noch das Landessanierungsprogramm, mit dessen Hilfe die Ortsmitte von Winzeln profitieren soll: Im kommenden Jahr sind 283 000 Euro an Zuschüssen für private Maßnahmen vorgesehen, knapp 170 000 Euro kämen vom Land in die Gemeindekasse zurück. Übrigens will auch die Gemeinde selbst das Landessanierungsprogramm nutzen. So soll die Alte Kirche gewissermaßen wieder "neu" werden. Der Arbeitskreis habe sich bereits Gedanken gemacht. "Wir haben so viele Anträge wie noch nie nach Freiburg geschickt", sagt Tjaden mit Blick auf das Interesse am Förderprogramm "Entwicklung ländlicher Raum" und hofft mit den Investoren und dem Verwaltungsteam auf möglichst viele positive Bescheide. Zumal die geförderten Investitionen ein Mehrfaches an Auftragsvolumen zumeist im Handwerk auslösen.

Bürgerschaftliches Engagement ist ein wichtiger Baustein

Und "Arbeitskreis" ist dann auch ein Stichwort, das noch in eine andere Richtung weist. Bürgerschaftliches Engagement trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass aus einer Gemeinde eben mehr wird als eine Funktionseinheit. Markantes Beispiel ist die Feier zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Winzeln im April. Es sind aber auch die Bürger, die sich in den Arbeitskreisen einbringen und sich für die Steigerung der Attraktivität von Fluorn-Winzeln – nach außen wie nach innen – einsetzen.

Übrigens gibt es auch privates Engagement. Auf dem Platz des abgebrannten Blocher-Hofs in Fluorn soll seniorengerechtes Wohnen möglich werden, Behandlungszimmer inklusive. Und in Winzeln will der Investor auf dem Gelände des abgeräumten Hauses Moser im kommenden Jahr sein altersgerechtes Wohnprojekt in Angriff nehmen. Die Gemeinde ist mit einem Gemeinschaftsraum mit im Boot.

Gemeinschaft – das ist ein weiteres wichtiges Stichwort: Zum Beispiel dafür, dass die Jugendweihnachtsfeier der Vereinsringe Fluorn und Winzeln bereits zum sechsten Mal als gemeinsame Veranstaltung organisiert wurde. Und für eine Entscheidung, die so ohne weiteres nicht zu erwarten war. Auch Bürgermeister-Stellvertreter Joachim Schmid geht in seiner Rede zum Ende des Sitzungsjahres darauf ein: Mit der Abschaffung der unechten Teilortswahl habe der Gemeinderat "die Weichen neu – oder eben anders – gestellt." Und das mit deutlicher Mehrheit. Die "Wohnbezirke" Fluorn und Winzeln gibt es nicht mehr, auf jeder Liste für die bevorstehende Kommunalwahl können Kandidaten beider Gemeindeteile stehen. Dass diese Listen auch gefüllt werden, bis Ende März müssen die Wahlvorschläge stehen, ist ein Vorhaben, das noch einigen Einsatz fordert. "Wer Zukunft mit entscheiden will, soll sich melden", ruft Schmid auf und stellt namens des Gemeinderats fest: "Wir freuen uns auf viele Wahlbewerber."

Unabhängig davon sind ohnehin Projekte auf dem Weg. Viel sei geschehen, sagt Schmid, und einige Projekte für das kommende Jahr seien auch schon genannt. Andere Projekte seien bisher allerdings "nicht entscheidend vorangetrieben"worden, stellt er mit Blick beispielsweise auf die Sanierung der Halle Winzeln fest. Zudem hoffe er, dass die neue Kinderkrippengruppe bald kommt.

Schmid dankt dem Bürgermeister und dessen Team und schließt auch den Planer Martin Weisser mit ein. Gewissermaßen als externes Baubüro habe dieser und seine Mitarbeiter "das Ortsbild von Fluorn-Winzeln entscheidend mitgeprägt."

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