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Fluorn-Winzeln Einst ein Versammlungsort für Waldarbeiter

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Jörg Fehrenbacher (von links), Bernhard Tjaden, Robin Kreuzberger, Jörg Niemann und Kevin Schweikert bei der Übergabe Foto: Moosmann Foto: Schwarzwälder Bote

Um die Besucher des Pavillons am "Bahnhof" über das gleichnamige Gelände aufzuklären, wurde auf Anregung von Revierförster Jörg Fehrenbacher ein Rahmen mit Dach für die Infotafel gezimmert.

Fluorn-Winzeln. Dabei waren Forstwirtschaftsmeister Jörg Niemann von der Stadt Oberndorf und die drei Auszubildenden Robin Kreuzberger, Kevin Schweikert und Manuel Schuh (Forstwirt).

Im Oktober 2017 wurde der Pavillon am "Bahnhof" in der Abteilung 32 auf einem Kreuzungsdreieck zwischen Zollstockweg und Weiteweg errichtet und eingeweiht. Der Kreuzungsbereich wird im Winzelner Sprachgebrauch "Bahnhof" genannt, obwohl die Abteilung in den um das Jahr 1900 angelegten Waldakten als "Weinkaufsland" bezeichnet wurde.

Die Geschichte vieler Fluorn-Winzelner Bürger, dass diese Abteilung "Bahnhof" genannt wird, weil dort im Zweiten Weltkrieg eine Attrappe des Oberndorfer Bahnhofes gestanden habe, stimmt nicht.

Die Stadt Oberndorf war durch die Mauserwerke Rüstungsstandort im Dritten Reich. Um die feindlichen Flieger zu irritieren, wurde der Oberndorfer Bahnhof als Scheinanlage beim "Wiesoch" errichtet und bei Nacht angestrahlt. Die Bomber, die von Westen anflogen, sollten ihre Bomben vor Oberndorf abwerfen. Davon zeugen auch heute noch einige Bombentrichter im "Wiesoch", die noch heute zu sehen sind, wie im Waldmössinger Großwald entlang der Aichhalder Straße oder ein Bombentrichter mit einem Durchmesser von rund 40 Metern und vier Metern Tiefe auf der Winzelner "Speckwiese" in der Abteilung "Bauernacker".

Die Bombeneinschläge stammen von den alliierten Bomberverbänden, die am 10. Dezember 1944 die Scheinanlage im "Wiesoch" angreifen wollten. Eine Bombe schlug damals im Dachgeschoss von Anton Hezel in der Freudenstädterstraße ein. Dass die Schramberger Firma Gebrüder Junghans, die ebenfalls in der Rüstungsindustrie tätig war, dort am westlichen Waldrand auf den Eschachwiesen ebenfalls eine Scheinanlage aufgebaut haben soll, entbehrt jeder Grundlage.

Aus der handgeschriebenen Ortschronik von Paul Stimmler ist zu entnehmen, dass der Name "Bahnhof" oder auch "Bahnhöfle" daher stammt, dass der frühere Waldmeister Konstantin Ruf (Waldmeister von 1882 bis 1916) seine Waldarbeiter an diesem Platz versammeln ließ und diese dann in den verschiedenen Abteilungen ihrer Arbeit nachgingen.

Dabei wurden jedoch nicht nur die klassischen Waldarbeiten durchgeführt, sondern auch Waldwege und Entwässerungsgräben angelegt oder Neuaufforstungen getätigt. In diesen Jahren waren zeitweise bis zu 100 Mann im Gemeindewald Winzeln beschäftigt.

Bürgermeister Bernhard Tjaden freute sich bei der Übergabe über die gelungene Infotafel und die gute Zusammenarbeit zwischen Forst und Gemeinde. Forstwirtschaftsmeister Niemann erklärte, dass im Lernprogramm der Auszubildenden nicht nur die klassischen Waldarbeiten stünden, sondern auch die Arbeit mit dem Holz in verschiedenen Projekten.

Nicht vergessen werden dürfen die Mitarbeiter des örtlichen Bauhofes, Thomas Ganter und Jürgen Abraham, unter der Leitung von Bauhofleiter Roland Heim, die sich nicht nur um die Fundamente für die Infotafel kümmerten, sondern auch die Pflege der Holzfiguren übernehmen.

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