Die Brandhexe (von links), ein Bochinger Hansel, ein Winzelner Narro und ein Winzelner Schantle treffen sich. Foto: Moosmann Foto: Schwarzwälder Bote

Fasnetsalternative: Kleines Narrentreffen im "Backkörble" in Winzeln / Rückblick auf die Anfänge des Winzelner Brauchtums

Wenn schon keine Fasnet stattfindet, so dachte sich Familie Keller vom "Backkörble", dann tut man halt, als ob es ein Narrentreffen wäre.

Fluorn-Winzeln. So machten es sich die Winzelner Brandhexe, ein Bochinger Hansel, ein Winzelner Narro und der Winzelner Schantle bei Sekt und Fasnetsküchle gemütlich.

Zu den einzelnen Narrenkleidern kann Folgendes gesagt werden. Die Winzelner Brandhexen, wurden 1989 als Untergruppe der Narrenzunft Winzeln von jungen Leuten gegründet, weil sie zwar narren wollten, aber nicht in einem Narrenkleid.

Für den damaligen Elferrat war es wichtig, die neue Gruppe unter seine Fittiche zu nehmen, um eine wilde Hexen-Gruppe zu unterbinden. Und die Hexengruppe, bestehend zuerst nur aus jungen Männern etablierte sich gut in der Gemeinde, wurde anerkannt und gründete dann 1994 einen eigenen Verein, der aus dem örtlichen Vereinsleben nicht mehr wegzudenken ist.

Viele der ehemaligen aktiven Hexenmitglieder, wechselten dann zum Elferrat – sogar ein langjähriger Präsident der Narrenzunft Winzeln war darunter – und unterstützen den Elferrat mit ihren Erfahrungen.

Der Bochinger Hansel zeigt den familiären Bezug der Bäckerfamilie Keller nach Bochingen und Boll. Der Winzelner Narro ist eines der ältesten Narrenkleider in Winzeln und gehört Manfred Ott (genannt "Hexenmanne"). Ursprünglich gehörte es seinem Onkel Berthold Ott und seinem Vater Johannes Ott. Das Kleid dürfte aus den Jahren 1932/33 stammen.

Der Ursprung der Winzelner Fasnet rührt offenbar daher, dass der Winzelner Kirchenmaler Simon Eith, der in der Schweiz wohnte, über die Fasnetszeit nach Winzeln kam, seinen weißen Maleranzug mit Farbflecken bemalte und mit einer Handorgel spielend durch das Dorf zog und die Kinder damit begeisterte.

1924 wurde dann offiziell die Narrenzunft Winzeln mit Theodor Gaus als Elferratspräsident gegründet. Es gab dann auch montags den Narrensprung, musikalisch begleitet mit dem Rottweiler Narrenmarsch, vom damals auch neu gegründeten Musikverein "Harmonie" Winzeln.

Seit 1953 gibt es einen eigenen Narrenmarsch für Winzeln, komponiert von Walter Pfeifle und getextet von Karl Deckert. Und da es beim Narrensprung und Narrentreiben im Ort kein einheitliches Bild an Narrenkleidern ergab, kamen die Elferräte unter Präsident Johannes Eith zu dem Entschluss, ein neues Narrenkleid, den Waldgeist, entstehen zu lassen. Die nicht einfache Aufgabe übernahm damals Landjäger Albert Schmid.

Der Schantle war früher kein traditionelles Winzelner Kleid. Erst ab den 70er-Jahren gab es immer mehr Schantle und eine Schantlekapelle wurde gegründet. Heute ist die große Schantlegruppe nicht mehr vom Winzelner Narrensprung wegzudenken.

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