Die Pistensanierung am EuroAirport findet zwischen dem 15. April und dem 20. Mai statt. Foto: Michael Werndorff

Der EuroAirport vor den Toren Basels steht im Frühjahr vor massiven Einschränkungen im Flugbetrieb.

Nach jahrzehntelangem Flugbetrieb steht am Euro-Airport (EAP) die Sanierung der Hauptpiste an. Das hat drastische Folgen: Wenn im Frühjahr während fünf Wochen die Bagger rollen, soll es laut Flughafen täglich nur 24 Passagierflüge geben. Lediglich der Platzhirsch Easyjet wird einen reduzierten Flugbetrieb aufrechthalten, andere Fluggesellschaften werden dann pausieren.

 

Die Bauarbeiten finden zwischen dem 15. April und dem 20. Mai statt und erfordern sicherheitsbedingt eine vollständige Schließung der Start- und Landebahn für einen Monat, wie der EAP vergangenes Jahr mitteilte. Dann wird der Beton abgetragen und ersetzt. Die 3900 Meter lange Hauptpiste ist eine Schlüsselinfrastruktur des Flughafens und unterliegt einem mehrjährigen Wartungsprogramm, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Rund 97 Prozent des Flugverkehrs werden über die Hauptpiste abgewickelt, da sie alle Flugzeugtypen nutzen können. Die Sekundärpiste von Ost nach West ist mit 1715 Metern deutlich kürzer – große beziehungsweise zu schwere Maschinen können dort nicht starten. Überdies ist die Piste weniger gut ausgerüstet. Es fehlt ein Instrumentenlandesystem, weshalb Piloten auf Sicht fliegen müssen. Und: Je nach Wetter und Wind sind weder Starts noch Landungen möglich. Das macht es für die Fluggesellschaften am EAP nicht einfach, die Zeit der Sanierung gut zu überbrücken.

Wichtigste Strecken werden bedient

Easyjet wird eigenen Aussagen zufolge die wichtigsten Strecken wie London-Gatwick, Hamburg, Nizza, Palma de Mallorca oder Barcelona mit sechs bis sieben Flügen pro Woche bedienen. So will man vor allem den Bedürfnissen von Geschäftsreisenden gerecht werden. Auch die beliebtesten Ferienziele wie Menorca, Mallorca und Ibiza will Easyjet weiterhin anfliegen. Flughafenchef Tobias Markert rechnet dann auch mit bis zu einer Million weniger Reisender am EAP. Die Sanierung sei aber jetzt nötig. Vorgesehen sind Arbeiten auf einer Länge von anderthalb Kilometern. Weiter steht die Sanierung des Taxiways Bravo auf einer Länge von 2100 Metern an.

Langfristige Investition

Markert spricht von einer langfristigen Investition. Nach Abschluss der Arbeiten soll die komplette Piste für die nächsten 30 bis 35 Jahre in Ordnung sein, so der Flughafen-Chef weiter. Seit dem ursprünglichen Bau der Hauptpiste im Jahr 1953 wurden in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Bauarbeiten durchgeführt: 1978 wurde die Start- und Landebahn nach Norden verlängert, 1991 wurde der südliche Abschnitt der Piste erneuert, und 2011 wurde der nördliche Abschnitt saniert. Jean-Marc Thévenaz, Executive Director von Easyjet Switzerland, machte vergangenen Juni anlässlich der 20-jährigen Präsenz der Fluglinie am EAP deutlich, während der Pistensanierung das Normalprogramm nicht aufrechterhalten zu können. „Wir werden aber auf der kurzen Piste operieren. Alle Destinationen bis zu zweieinhalb Stunden Flugzeit könnten wir anbieten.“

Auswirkungen wird die Sanierung auch für den Frachtbereich haben, der ein wichtiges Standbein für das Flugdrehkreuz im Dreiländereck darstellt. Denn: Die ganz großen Frachtflugzeuge werden nicht nach Basel kommen können. Dann würde mehr Fracht per Lastwagen und über andere Flughäfen abgewickelt werden, so Markert.