Die zurückliegenden Flüge der Pilates lassen sich im Internet nachvollziehen. Foto: Screenshot Flightradar24

Die Augen vieler Zepfenhaner sind derzeit oft gen Himmel gerichtet. Eine Zunahme des Fluglärms treibt die Menschen im Rottweiler Stadtteil und in umliegenden Gemeinden um. Die Verärgerung entlädt sich nun in einer Unterschriftensammlung.

Die Nerven liegen blank. „Fast jede halbe Stunde startet eine Maschine vom Flugplatz Zepfenhan“, klagt eine Frau. Das laute Dröhnen der Pilatus Porter, die jetzt von Zepfenhan aus Fallschirmspringer in die Höhe bringe, sei noch in vier Kilometern Entfernung in den umliegenden Ortschaften zu hören. Wehren wollen sich betroffene Bürger nun mit einer Petition, um Unterschriften gegen den Fluglärm am Sonderlandeplatz Zepfenhan zu sammeln.

 

Mit dabei: Ein Link zur Internetseite von „Flight Aware“ zur Nachverfolgung von Bewegungsprofilen von Flugzeugen. Gibt man das Luftfahrzeugkennzeichen DFPTF ein, werden die vergangenen Flüge der Maschine aufgelistet. Screenshots von absolvierten Flugrouten oder auch der Sichtflugkarte sind dem Unterschriftenaufruf angefügt.

DFPTF, das ist die Pilatus, die mit ihrem Turboprop-Triebwerk die Nerven vieler Zepfenhaner und Anwohner aus Nachbarkommunen strapaziert. Dass der Flugbetrieb zugenommen habe beklagen sie, zudem das vergleichsweise lautere Geräusch der Maschine, die jetzt im Einsatz ist.

Hohe Frequenz der Starts und Landungen

Einer davon ist der Zepfenhaner Matthias Oettle, der sich mit einem Schreiben an die Redaktion gewandt hat und die hohe Frequenz der Starts und Landungen beklagt. „Bevor die Springer am Boden sind, ist die Maschine schon gelandet und nimmt weitere Springer mit auf die Reise“, beschreibt er die Situation.

Die Pilatus startete etwa am Samstag, 9. September, von Zepfenhan aus 13 Mal für eine Flugdauer zwischen 19 und 46 Minuten. Ersstmals um 10.41 Uhr, um 19.33 Uhr dann war Schluss. Am Folgetag sind zwischen 10.17 und 18 Uhr zwölf Flüge verzeichnet.

„Aufklärung ist dringend notwendig“

Das aktuelle Fluggeschehen gehe weit über das bisher praktizierte Springen hinaus, schreibt er. Informationen gebe es keine, nur Gerüchte. „Aufklärung ist dringend notwendig“, fordert er.

Der Ortsvorsteher hält sich an Fakten

Anrufe genervter Bürger gehen auch bei Ortsvorsteher Eugen Mager ein – und das nicht nur aus Zepfenhan. Er bekommt die Gerüchte mit, die die Runde machen, will diese aber weder kommentieren noch transportieren. Er hält sich selbst nur an Fakten. Und die sind auch bei ihm spärlich.

Der Ortschaftsrat habe sich mit dem Thema bereits befasst. Und Mager plant, es absehbar wieder auf die Tagesordnung zu nehmen – auch um eine Faktengrundlage zu schaffen und die Gerüchteküche zu stoppen oder zumindest zu dämpfen.

Interesse des KSK?

Derweil machen sich die Menschen aber weiter Gedanken um ihre Ruhe, stellen sich Fragen zu den weiteren Plänen rund um den Zepfenhaner Flughafen. Wieviele Fallschirmspringergruppen sind es? Ist ein Ausbau des Betriebs angestrebt? Ist tatsächlich eine Verlängerung der Start- und Landebahn beabsichtigt? Gerüchte, es gebe zudem Interesse des KSK, den Flugplatz zu nutzen, treiben manchen die Sorgenfalten ins Gesicht.

So ruhig ist es am Flughafen Zepfenhan nicht immer. Foto: Nädele/PATRICK NAEDELE

Einer, der für Aufklärung sorgen könnte, ist Kambis Ebrahimi von der Airfield Rottweil GmbH & Co KG. Kurzfristig hat er aber keine Zeit, sich unseren Fragen zu stellen. Gesprächsbereitschaft kündigt er aber an.