Beim Lärmschutz in der Nacht ist noch Luft nach oben. Foto: Michael Werndorff

Die Lärmschutzmaßnahmen am EuroAirport zeigen laut Umweltkommission Wirkung.

Die Mitglieder der Trinationalen Umweltkommission (TUK) des EuroAirports (EAP) kamen dieser Tage zusammen, um insbesondere über die Weiterentwicklung des Lärmschutzes für die Flughafen-Anrainer wie auch den Maßnahmenplan gegen die PFAS-Belastung in Saint-Louis Agglomération zu sprechen.

 

Passagierverkehr legt zu

EAP-Direktor Tobias Markert gab zu Beginn der Sitzung einen aktuellen Sachstandsbericht zur Lage am Flughafen. So habe es in den Monaten Januar bis August, eine Zunahme des Passagierverkehrs am EAP um insgesamt sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gegeben, wohingegen der Luftfrachtverkehr von Januar bis Juli, durch eine stärkere Verlagerung auf die Straße, um vier Prozent abgenommen habe, wie die Umweltkommission mitteilt.

Für das kommende Jahr wies die Direktion des Flughafens in der Sitzung auf die Sanierung der Hauptpiste zwischen dem 15. April und 20. Mai 2026 hin, welche den Flugbetrieb deutlich einschränken wird.

Die derzeitige Einstellung des Vorhabens eines Bahnanschlusses für den EAP in Frankreich bedauerten sie ausdrücklich, da sie weiterhin eine Verlagerung des Anreiseverkehrs hin zu nachhaltigeren Verkehrsträgern – insbesondere ÖPNV – anstreben.

Klaus Schüle, der in Vertretung des Regierungsvizepräsidenten des Regierungspräsidiums Freiburg und diesjährigen Vorsitzenden der TUK, Klemens Ficht, die Sitzung leitete, betonte im Nachgang: „Der Flughafen ist ein zentraler und integraler Bestandteil unseres Verkehrssystems im Dreiländereck. Alle beteiligten Akteure eint der grundsätzliche Wille, den Betrieb des EAP so umweltschonend wie möglich zu gestalten, wie diese Sitzung aufs Neue gezeigt hat. Über den Weg dahin gibt es teilweise unterschiedliche Einschätzungen, die sachlich besprochen wurden.“ Die in der Sitzung präsentierten Messergebnisse zeigen eine Abnahme der Fluglärmbelastung in der Nacht durch die Umsetzung des Erlasses vom 6. August 2021, insbesondere in der zweiten Nachtstunde von 23 Uhr bis Mitternacht.

Sichtbare Erfolge erzielt

In Folge der Maßnahmen, insbesondere einer deutlichen Differenzierung der Lärmgebühren nach Uhrzeit als auch des Dialogs mit den Fluggesellschaften, seien in den ersten neun Monaten dieses Jahres sichtbare Erfolge erzielt werden, unter anderem das Vorziehen von Flügen einzelner Fluggesellschaften auf die Zeit vor 22.45 Uhr, heißt es weiter.

Dies sei allen Beteiligten ein Ansporn, die Zielerreichung weiter voranzutreiben, dass ab 23 Uhr keine Starts mehr erfolgen. Die Forderung aus den Reihen der Anrainerverbände, die Definition des Startverbots auf das Abheben von der Startbahn anstelle des Ablegens vom Gate abzuändern, bleibe bestehen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Belastung des Grundwassers am EAP mit sogenannten PFAS-Chemikalien, wohl verursacht durch den Löschschaum der Flughafenfeuerwehr, war ebenfalls Thema: Am 9. September konnte der Präfekt dank der Inbetriebnahme von Aktivkohlefiltersystemen in Bartenheim und Hésingue die Beschränkungen für vier Gemeinden (Bartenheim, Kembs, Rosenau und Hésingue, mit Ausnahme des Gewerbegebiets Liesbach) teilweise aufheben, wie es weiter heißt.