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Flugbegleiter im Ausstand Streik trifft 10 000 Passagiere in Stuttgart

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Ihre Flüge sind ausgefallen, dennoch stehen Passagiere am Donnerstag vor dem Eurowings-Schalter im Lufthansa-Sektor in Terminal 1 Schlange. Foto: 7aktuell.de/Rafal Niewienda

Stuttgart - Rund 10 000 Stuttgarter Passagieren ist am Donnerstag ein dicker Strich durch ihre Reisepläne gemacht worden. Sie mussten am Boden bleiben oder sich andere Reisemöglichkeiten suchen, weil ein Streik der Gewerkschaft Ufo für das Kabinenpersonal 101 Flüge von und nach Stuttgart ausfallen ließ. Dabei handelte es sich um rund ein Drittel aller in Stuttgart geplanten Flüge. Deutschlandweit fielen 393 Flüge von Eurowings und der für sie mit Flügen beauftragten Schwestergesellschaft Germanwings aus. Das soll fast 40 000 Fluggäste betroffen haben.

Erst am Mittwochabend war klar geworden , dass der Streikaufruf auch auf Stuttgart gemünzt ist. Flughafengesellschaft und Eurowings riefen schnell dazu auf, noch daheim den Flugstatus zu überprüfen; dennoch standen am Donnerstag in wechselnder Besetzung ein paar Hundert betroffene Kunden im Stuttgarter Terminal 1. Deutschlandweit seien etwa 1000 zu den Flughäfen gekommen, heißt es.

Geduldiges Warten vor dem Schalter

Viele wussten bei der Anreise, dass Flüge auszufallen drohen. „Das haben wir schon mitgekriegt“, sagt der junge Stuttgarter Marcus Schulze am Donnerstag um 10.30 Uhr in Stuttgart im Terminal 1. Aber es sei ja nicht klar gewesen, wie viele Flugbegleiter tatsächlich dem Streikaufruf folgen würden. Und vor allem: Telefonisch und via Internet sei am Mittwoch keine andere Lösung mehr einzufädeln gewesen. Schulze und seine Freundin Anne Blochwitz (30) konnten noch via Internet umbuchen von dem bereits annullierten Wien-Flug am Donnerstagabend auf einen Flug am Mittag. Doch der entfiel später auch – und dann ging online nichts mehr.

Deshalb ist das Paar am Donnerstag mit Gepäck am Flughafen – mit der Hoffnung, hier stornieren oder umbuchen zu können oder ein Zugticket bezahlt zu bekommen. Während der Wirtschaftsingenieur und die Diplompsychologin 15 Meter vor dem Schalter und hinter rund 40 Leidensgenossen stehen, listet die Anzeigetafel immer mehr Ausfälle auf: Cagliari, Krakau, Rom, Berlin, London, Hamburg . . . „Zwei Stunden sind wir hier. Eine Stunde dürfte es noch dauern, bis wir drankommen“, sagt Schulze.

Eurowings-Sprecher wirft Ufo Überziehen vor

Noch einmal 15 Meter weiter sind Jörg Weber (47) und seine Frau aus Esslingen im Stau der ausgebremsten Reisenden. Auch sie sind da, weil sie am Mittwoch nach drei Stunden in der Internet-Warteschleife das Umbuchen aufgaben. Gut 1000 Euro gaben sie schon für Flüge, Hotel, Nahverkehrstickets und Konzertkarten aus – jetzt wollen sie auch wirklich nach London. „Zur Not auch morgen um 7.40 Uhr oder am Samstag.“ Ähnlich ­ruhig, aber bestimmt, sind die meisten Wartenden. Manche haben sich Stühle besorgt und sitzen in der Schlange.

Dass sie die Umbuchungsmöglichkeiten bemängeln, kann Eurowings-Sprecher Heinz Joachim Schöttes nicht recht verstehen. Wer gescheitert sei, habe wahrscheinlich vom Umbuchungsformular im Internet Gebrauch machen wollen, ehe der Flug förmlich annulliert war. Die wirklich Schuldigen für die Misere sieht er bei der Streikleitung. Dass nicht nur Eurowings wegen der Gehaltsfrage bestreikt wird, sondern auch die andere Lufthansa-Tochter Germanwings wegen Teilzeitregelungen, bringt ihn in Rage. Für 2017 seien lediglich vier Teilzeitanträge und damit drei Prozent der Anträge nicht genehmigt worden. „Dann 40 000 Fluggäste stranden zu lassen, ist völlig unverhältnismäßig und absurd“, kritisiert Schöttes.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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