Die Fundamente für die Flüchtlingsunterkunft in der Schwenninger Straße liegen. Noch im November sollen die Container aufgestellt werden, so das Landratsamt. Foto: Wilfried Strohmeier

Die Unterkunft für Geflüchtete geht laut Mitteilung des Landratsamtes im Februar 2025 in Betrieb. Sie ist voraussichtlich für zwei Jahre belegt. Am Dienstag, 19. November, gibt es zudem eine Gesprächsrunde zu dem Thema im Kurstift.

Weiterhin werde eine hohe Anzahl an geflüchteten Menschen dem Schwarzwald-Baar-Kreis zugewiesen. Aus diesem Grund errichtet der Landkreis derzeitig eine Flüchtlingsunterkunft in der Schwenninger Straße 6 in Bad Dürrheim.

 

In der Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises sollen bis zu 100 Flüchtlinge untergebracht werden, so die Mitteilung . Die ersten Bewohner sollen im Februar 2025 einziehen können.

Der Gebäudekomplex selbst wird 51 auf 14,60 Meter groß und besteht aus zwei Geschossen mit einzelnen Modulen. Die 18 Quadratmeter großen Räume werden in der Regel mit zwei Personen belegt, können aber auch mit kleineren Familien oder Einzelpersonen belegt werden.

Neben den elektrisch beheizten Wohneinheiten befinden sich zentrale Aufenthalts-, Sanitär-, Ess- und Küchenräume in dem Gebäudekomplex. Für externe Betreuungskräfte sind weitere Flächen wie ein Büro- und Pausenraum, WC-Anlagen sowie ein Besprechungsraum für die Flüchtlingsbegleitung und ein Materiallager vorgesehen.

Vorbereitende Maßnahmen abgeschlossen

Die vorbereitenden Maßnahmen sind inzwischen abgeschlossen. Ein Schotter- und Betonplattenfundament wurde als Untergrund für die Containermodule hergestellt. Die Wohnanlage soll Ende November geliefert und aufgebaut werden. In einem ersten Schritt werden die einzelnen Module baulich miteinander verbunden. Anschließend folgen der Innenausbau und die Einrichtung.

Die geflüchteten Menschen werden vom Bund auf die Länder verteilt. Baden-Württemberg nimmt circa 13 Prozent der Personen im Bund auf (Erstaufnahme). Das Land verteilt die Menschen dann auf die Landkreise weiter. Der Schwarzwald-Baar-Kreis muss wiederum etwa 2,3 Prozent der geflüchteten Personen vorübergehend unterbringen. Dies erfolgt im Regelfall in einer sogenannten Gemeinschaftsunterkunft.

Aufenthalt während das Asylverfahren läuft

Die geflüchteten Personen bleiben solange in der Gemeinschaftsunterkunft, bis das Asylverfahren beendet ist. Dies ist meist ein Zeitraum von rund 15 Monaten. Danach müssen diese Personen die Einrichtung verlassen und gehen als anerkannter Asylbewerber in die Anschlussunterbringung der Kommunen.

Der Schwarzwald-Baar-Kreis betreibt derzeit zwölf Gemeinschaftsunterkünfte, so die Informationen. Im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis sind aktuell 65 Prozent Alleinreisende und 35 Prozent Familien in den Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, so die weiteren Zahlen des Landratsamtes. Die Herkunftsländer sind überwiegend Afghanistan, Syrien und die Türkei. Welche Personen, beziehungsweise Familien konkret nach Bad Dürrheim kommen werden, steht noch nicht fest. Dem Landratsamt sei es als untere Aufnahmebehörde sehr wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis und gutes Miteinander in der Gemeinschaftsunterkunft zu schaffen.

In den Gemeinschaftsunterkünften des Schwarzwald-Baar-Kreises sind Heimleiter, Hausmeister sowie die Sozialbetreuung im Einsatz. Das Personal sei wichtig, um Struktur, Ordnung und Unterstützung anzubieten. Selbstverständlich könnten sich die Bewohner innerhalb sowie außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft einbringen, zum Beispiel im Rahmen von gemeinnütziger Arbeit.

Bürgergespräch am Dienstag, 19. November

Informationen
Nach eigenen Angaben lädt „eine Initiative von engagierten, betroffenen Bürgerinnen und Bürgern“ am Dienstag, 19. November, von 17 bis etwa 18.30 Uhr zur Gesprächsrunde zum Thema Flüchtlingsheim ein. Ort der Veranstaltung ist das Kurstift. Moderiert wird die Veranstaltung von Knud Eike Buchmann, auf dem Podium sitzen unter anderem Pfarrer Bernhard Jaeckel; Ileana Rupp, Hausleiterin des Kurstifts; Andrea Greguric für die örtlichen Vereine, Daniel Springmann, Amt für Soziales, Landratsamt und andere. Es sollen im Vorfeld einige Fragen rund um den Bezug der neuen Unterkunft geklärt werden.