Rund 80 Flüchtlinge wohnen derzeit in der Flüchtlingsunterkunft in Calmbach (Archivbild). Foto: Bernd Mutschler

Mittlerweile hat sich die Containeranlage in Calmbach merklich gefüllt. Wie viele Flüchtlinge aus vielen unterschiedlichen Ländern leben derzeit in der Unterkunft im Beermiß?

Bis zu 100 Menschen können in den insgesamt 112 Containern untergebracht werden, die der Kreis Calw im Calmbacher Industriegebiet Beermiß als temporäre Flüchtlingsunterkunft hat aufstellen lassen. Doch wie viele Personen leben dort mittlerweile? Und aus welchen Ländern kommen die?

 

Fragen, die Mara Müssle beantwortet. Die Pressesprecherin des Calwer Landratsamtes teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit, dass derzeit 80 Personen in der Flüchtlingsunterkunft leben. Damit hat sich die Unterkunft merklich gefüllt. Noch im Dezember lag die Zahl der Bewohner bei etwa 40, jetzt sind es also etwa doppelt so viele.

80 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern

Die 80 Flüchtlinge teilen sich auf in neun Familien, zwei Mütter mit Kind sowie 32 Einzelpersonen. Die kommen aus den unterschiedlichsten Ländern: Sri Lanka, Somalia, Syrien, Ukraine, Kamerun, Indien, Türkei, Afghanistan, Gambia und Eritrea. Dazu kommen auch Flüchtlinge, deren Herkunft ungeklärt ist.

Offenbar läuft das Zusammenleben in der Flüchtlingsunterkunft gut. „Die Stimmung ist durch die gute Mischung an Familien und Einzelpersonen gut“, teilt Müssle weiter mit. Dazu trügen auch die „ganz unterschiedlichen Nationalitäten“ ihren Teil bei.

Betreuung und Sicherheitsdienst

Die Betreuung der Bewohner vor Ort läuft über eigenes Personal des Landratsamtes mit festen Sprechstunden. Zudem gibt es einen Sicherheitsdienst, der „das Objekt abends und nachts kontrolliert und für Notfälle wie verlorene Schlüssel oder ähnliches ansprechbar ist“, so Müssle weiter.

Im Vorfeld sorgte die geplante Containeranlage für Unmut in Calmbach. Eine Bürgerin zeigte sich in einer Gemeinderatssitzung „ziemlich ungehalten über die Art und Weise, wie da entschieden wurde“. Kein Bürger sei gefragt worden, man habe alles aus der Presse entnehmen müssen.

Viele Bedenken im Vorfeld

Die Wiese, auf der die Container aufgestellt werden sollen, sei zudem nur durch die Schienen und einen kleinen Hügel von der Straße getrennt, die auch Rad- und Schulweg und überdies nachts nicht beleuchtet sei. „Wir haben Ruhe und Sicherheit gehabt. Da laufen Kinder allein. Wer will da für Sicherheit sorgen?“, brachte sie ihre Sorgen zum Ausdruck. Ein weiteres Thema sei der Lärmschutz.

Da Lärm und Schall nach oben abstrahlten, werde sie künftig ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen, wenn auf der Wiese 100 Menschen lebten. „Wir haben es bisher so schön genossen. Ich wohne dort sei 24 Jahren. Mir graust’s“, sagte sie damals weiter.

Um diese „anfänglichen Bedenken der Bevölkerung ist es zwischenzeitlich ruhig geworden“, teilte Müssle bereits im vergangenen Dezember mit und zog eine positive Bilanz: „Die Asylbewerber haben sich in Calmbach gut eingelebt. Der Alltag gestaltet sich sehr harmonisch und friedvoll. Die Bewohner helfen sich, wo sie nur können.“

Das scheint immer noch so zu sein. Von der Stimmung in der Bevölkerung bekomme man „nicht viel mit“. Aber es habe schon Sachspenden gegeben, zum Beispiel Fahrräder oder Spielsachen.

Sprachkurse in der Unterkunft

Auch in Sachen Integration tut sich einiges. So gebe es montags und mittwochs ganztags sowie freitags halbtags Sprachkurse in der Unterkunft. „Viele Erwachsene haben auch Integrationskurse in Pforzheim und Bad Wildbad“, so Müssle weiter. Zudem gebe es auch Kinder, die in den örtlichen Fußballvereinen spielen würden.

Da die Unterkunft für knapp 100 Personen geplant ist, stehen noch einige weitere Plätze zur Verfügung. Die Kosten für die Unterkunft trägt das Land – für die Berechnung der Nutzungsgebühren wurden pro Platz 427,10 Euro kalkuliert.