Syrische Flüchtlingskinder sind in der türkischen Grenzstadt Edirne am Fluss „Tunca Nehri“ in der Nähe des Grenzübergangs Pazarkule-Kastanies. Foto: Assanimoghaddam

Der Landkreis Freudenstadt tut sich bislang schwer, neue Unterkünfte für Flüchtlinge anzumieten.

Kreis Freudenstadt - "Die Resonanz auf unsere Suchanfrage war verhalten. Es sind wenige Anfragen und Angebote eingegangen", sagt Benjamin Geigl, Leiter des Amts für Migration und Flüchtlinge. Das Landratsamt befinde sich derzeit in Gesprächen mit potenziellen Vermietern. Parallel dazu habe die Behörde weitere Suchanzeigen geschaltet.

Viel Zeit bleibt dem Landkreis nicht. Im Januar müsse er nach derzeitigem Stand 28 Flüchtlinge aufnehmen. "Das ist mit den aktuell dem Landkreis zur Verfügung stehenden Kapazitäten möglich", so Geigl. Im Dezember seien dem Landkreis 35 Personen zur Aufnahme zugewiesen worden. Das bedeute einen Rückgang, wenngleich nur einen leichten. Diese Entwicklung sei im Winter "nicht ungewöhnlich", weil in dieser Zeit erfahrungsgemäß die Zahl der Flüchtlinge rückläufig sei, die im Land eintreffen. "Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, auf welchem Niveau die Zuweisungen im Februar sein werden", so Geigl.

Ende Februar könnte Kapazitätsgrenze erreicht sein

Die zur Verfügung stehenden Kapazitäten ändern sich auch durch Auszüge ständig. Aktuell erscheine es möglich, dass der Kreis im Februar mit den momentanen Unterbringungsmöglichkeiten auskomme – wenn die Zuweisungszahlen wie im Januar bleiben und die "geplanten Auszüge" in den Unterkünften des Kreises so auch erfolgen. "Endgültig wissen werden wir dies erst Anfang Februar. Stand heute wären Ende Februar die zur Verfügung stehenden Kapazitäten erschöpft", so der Amtsleiter.

Verlässliche Zahlen fehlen - Kreis Freudenstadt stellt sich auf steigende Flüchtlingszahlen ein

Der Kreis ist zuständig für die Unterbringung von Asylbewerbern, so lange nicht klar ist, ob sie dauerhaft bleiben dürfen. Wer von ihnen einen dauerhaften Aufenthaltsstatus erhält, wird in die Verantwortung der Städte und Gemeinden weitergegeben. Zuletzt lebten rund 470 Flüchtlinge in Unterkünften des Kreises, darunter 43 Prozent Frauen und 18 Prozent Kinder. Das Landratsamt meldet, dass derzeit vor allem Familien im Kreis ankommen, aus Syrien und auch aus Afghanistan.

Günstige, einfach ausgestattete Immobilien gesucht

Gesucht werden günstige mittelgroße Immobilien mit einfacher Ausstattung, etwa große Wohnungen, Mehrfamilienhäuser oder ehemalige Hotels und Pensionen. Als Mieter treten nicht die Flüchtlinge, sondern der Landkreis auf.

Die Belegung solle zur sozialen Struktur des Wohnumfelds passen. Sammelunterkünfte will der Kreis vermeiden, ebenso die Belegung von Hallen als letzte Option.  Ansprechpartner sind Benjamin Geigel, Telefon 07441/920 61 70 und E-Mail geigl@kreis-fds.de, sowie Jochen Balmberger, Telefon 07441/920 61 48 und E-Mail balmberger@kreis-fds.de.