Wenn der Landkreis Flüchtlinge in die Anschlussunterbringung überstellt, sind die Kommunen vor Ort zuständig – auch Bad Herrenalb. So ist die Lage in der Stadt.
Wie viele Flüchtlinge in städtischer Anschlussunterbringung und Obdachlose leben derzeit in Bad Herrenalb? Diese Frage war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
In der Sitzungsvorlage zum Tagesordnungspunkt erläutert die Verwaltung das dreistufige System, mit dem in Baden-Württemberg die Unterbringung von Flüchtlingen geregelt ist. Nach der Unterbringung in einer Landeserstaufnahmeeinrichtung gibt es die vorläufige Unterbringung durch die Landkreise und dann die Anschlussunterbringung in Gemeinden.
Drei Gebäude
Wie Martin Müller, bei der Stadtverwaltung als Sachgebietsleiter auch zuständig für das Thema Asyl, in der Sitzung mitteilte, gibt es in Bad Herrenalb derzeit 35 Flüchtlinge und acht Obdachlose. Untergebracht sind diese Menschen in drei Gebäuden: die ehemalige Linde im Unteren Gaistal sowie die Gebäude Im Kloster 9 und 11/2. Für Obdachlose gibt es ebenfalls in der Linde Zimmer, ebenso im Gebäude Rathausplatz 7.
Schimmelbefall festgestellt
Vor allem über den Zustand der Unterkunft Linde habe es immer mal wieder Beschwerden gegeben. Dort sollen künftig einige Punkte verbessert werden. Dieses Gebäude haben sich Mitarbeiter der Verwaltung „genauer angeschaut“ und habe alle reparaturbedürftigen Stellen notiert. In einer Räumlichkeit sei Schimmelbefall festgestellt worden. Die sei jetzt auch nicht mehr bewohnt und müsse erst saniert werden.
Jeden Raum durchgehen
Künftig wolle man solche Missstände vermeiden und vierteljährlich jeden Raum durchgehen. Ein Problem sei, dass die Bewohner oftmals nicht von selbst kämen und meldeten, dass etwas kaputt sei. Immer wieder müssten auch Firmen zur Reinigung beauftragt werden. Aber es liege in der „Eigenverantwortung, dass Bewohner ihre Räume und die Gemeinschaftsküche saubermachen“, so Müller.
Besseres Miteinander
In den anderen Gebäuden „geht’s eigentlich“. Aber immer mal wieder werde auch da etwas kaputt gemacht. Die Verursacher seien „nicht zu ermitteln, wir bleiben auf den Kosten sitzen“.
Ziel sei es, ein besseres Miteinander und Eigenverantwortung zu schaffen.
Wie Müller weiter ausführte, sei man bei der Flüchtlingsunterbringung laut Landratsamt über dem Soll, mit plus 21 sogar deutlich. „Wir müssen keine neuen Asylsuchenden aufnehmen – und könnten es auch nicht“, so Müller weiter.
Dreimonatige Einweisung
Der Bereich Obdachlosigkeit beschäftigt Müller ebenfalls. Die Anzahl an Zwangsräumen sei „sehr prekär“. Hier müsse man schauen, „dass die nicht in die Obdachlosigkeit müssen“. Man könne denen „keine Wohnung suchen“, aber es gebe eine „große Bandbreite an Menschen, die Probleme haben“. Die bekämen dann erst eine dreimonatige Einweisung, die dann auch auf sechs Monate verlängert werden könne.