Die Containersiedlung auf dem Gelände des Textilunternehmens wurde von der Landkreisverwaltung errichtet, als der „Flüchtlingsdruck“ hoch war und man händerigend Unterbringungsmöglichkeiten benötigte. Voll belegt waren die Unterkünfte nie. Foto: Matthias Badura

Die Kooperation zwischen dem Landkreis und dem Burladinger Textilunternehmen endet, der letzte Bewohner zieht um. Raumbedarf ist aktuell nicht vorhanden.

Mehrere Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis wurden oder werden geschlossen. Der Bedarf ist aktuell nicht vorhanden, nachdem die Bewerberzahlen derzeit bundesweit erheblich zurückgegangen sind. Auch in acht Containern auf dem Trigema-Gelände in Burladingen (Zollernalbkreis) werden keine Asylbewerber mehr wohnen, der letzte zieht in eine Privatwohnung um.

 

In den Burladinger Containern lebten Bewerber, die teils auch bei Trigema beschäftigt waren. Voll belegt waren sie jedoch nie. Bei der Ansiedlung handelte es sich zudem nie um eine „Trigema-Unterkunft“. Das Unternehmen hatte das Gelände der Landkreisverwaltung in einer auf zwei Jahre angelegten Kooperation zur Verfügung gestellt – unter der Maßgabe, dass vor allem Menschen einziehen sollen, die im Unternehmen arbeiten und sich langfristig ein Bleiberecht sichern können.

Krawall in Killer

Als die Nachricht von der Kooperation, die noch unter der Geschäftsleitung von Wolfgang Grupp senior zustande kam, 2023 öffentlich wurde, rumorte es an den Burladinger Stammtischen. Freilich bei weitem nicht in dem Maße wie im Bürgerhaus Killer, als im Sommer 2023 Landrat Günther-Martin Pauli die Bevölkerung auf die Nutzung des vormaligen Gasthofs „Lamm“ als Flüchtlings-Unterkunft einstimmen wollte. Der Landrat und sein Gefolge wurden ausgebuht, ausgepfiffen, niedergeschrien. „Szenen wie aus den neuen Bundesländern, das hätte ich bei uns nie für möglich gehalten“, sagte der sichtlich schockierte Pauli damals.

Das „Lamm“ diente schließlich doch im kleineren Umfang als Unterkunft. Zwei Familien waren dort untergebracht. Es blieb in dieser Zeit absolut still. Inzwischen wird das „Lamm“ vom Landkreis ebenfalls nicht mehr benötigt. Ebenso still blieb es in Burladingen. Die Container-Leute gingen ihrer Arbeit nach oder lebten unauffällig.

Eine Vielzahl von Nationen

Trigema beschäftigt von jeher eine Vielzahl von Menschen aller Nationen und weiterhin Geflüchtete. Im Dezember 2024 bezifferte Mit-Geschäftsführerin Bonita Grupp die Zahl derer, die aus Sammelunterkünften in die Firma kamen und inzwischen in Werkswohnungen oder Wohnungen auf dem privaten Markt lebten, auf etwa 70 seit dem Jahr 2016. „Viele von ihnen besitzen jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft, ihre Kinder gehen hier zur Schule. Das ist ja das Ziel.“ Integration funktionierte vor allem durch Arbeit, so Bonita Grupp damals. Um diese Integration zu beschleunigen, organisiert die Firma Sprachkurse und stellt für den Übergang Mitarbeiterwohnungen zur Verfügung. „Wer arbeitet, erhält bei Trigema eine Chance und wird in die Betriebsfamilie aufgenommen“, sagte ihr Vater, als die Container 2024 errichtet wurden. „Das ist auch so“, bestätigte Bonita Grupp in einem jüngeren Gespräch mit unserer Zeitung, „die Leute sind bei uns im Betrieb und unter den Kollegen umgehend integriert.“

Dabei verschwieg das Unternehmen niemals den „Eigennutz“: Die Textilbranche ist dringend auf Arbeitskräfte angewiesen, und bei Trigema ist man insbesondere froh, wenn Arbeitnehmer entsprechende Kenntnisse etwa als Näherinnen oder Näher aus ihren Heimatländern mitbringen.

Derzeit rückläufig