Die Deutschklasse mit dem ehemaligen Grund- und Werkrealschulrektor Heinz Kriebel – erste Schwierigkeiten waren schnell überwunden. Foto: Schölzel

Etwa 30 Schüler lernen jede Woche im Hotel Solegarten in Bad Dürrheim Deutsch. Wo es anfangs noch Schwierigkeiten gab, laufe der Unterricht nun reibungslos.

Bad Dürrheim - Bis Ende letzten Jahres war Heinz Kriebel Rektor an der Grund- und Werkrealschule in Bad Dürrheim, und den Beruf des Lehrers legt Heinz Kriebel auch in seinem Ruhestand nicht ab. Als die Situation in der Ukraine losging, habe er sich sofort dazu bereiterklärt, einen Sprachkurs für Flüchtlinge zu leiten, erzählt er. Nun unterrichtet Kriebel jeweils von Montag bis Donnerstag ab 9.30 bis 11.30 Uhr eine Gruppe von gut 20 bis 30 Flüchtlingen aus der Ukraine in Deutsch. "Die Überlegung ging Richtung Integrationskurs, welche aber dann wieder verworfen wurde. Wir wollten etwas niederschwelliges anbieten. Unser Kurs hier ist auf freiwilliger Basis und nicht wie der Integrationskurs verpflichtend", so Kriebel. "Nur verwenden wir aber die gleichen Lehrmaterialien, wie im Integrationskurs. Damit die Leute, die diesen später mal brauchen, bereits jetzt auf der richtigen Spur sind."

Land und Leute kennenlernen

Den richtigen Rhythmus für seine Unterrichtsstunden zu finden, gestaltete sich zunächst als schwierig. Er habe schnell gemerkt, dass die Teilnehmer Probleme mit der Einsprachigkeit der Lehrmaterialien haben. In diesen fehlt natürlich die ukrainischen Übersetzung. "Ich musste mich erst reinfinden", so der ehemalige Rektor. "Gerade die Arbeitsanweisungen aus dem Buch wurden überhaupt nicht verstanden." Zu Hilfe kam ihm der Google-Übersetzer: So lassen sich in diesen ganze Sätze bequem einsprechen, die dann auf Ukrainisch wiedergegeben werden. Sein Handy musste er dafür an einen zweiten Bluetooth-Lautsprecher anschließen, damit alle im Raum die Übersetzungen hören können. Seitdem liefe der Unterricht problemlos.

Seit Anfang Mai findet der Unterricht in den Räumlichkeiten des Hotels Solegarten statt. Auch Ausflüge werden gelegentlich unternommen. Vergangenen Freitag etwa ging es mit der Gruppe nach Donaueschingen. "Mir ist es auch wichtig, meinen Schülern das Land, die Leute, die Geografie und den Tourismus nahezulegen", so Kriebel.

Helfer werden gesucht

Maria Bucher, der Verantwortlichen für ehrenamtliches Engagement der Stadt Bad Dürrheim, sind diese Angebote ebenfalls sehr wichtig. "Mit diesem Kurs wollen wir Perspektiven aufzeigen und den Menschen aus der Ukraine verdeutlichen, dass sie hier willkommen sind", so Bucher.

Ab dem 2. Juni werden dann im Generationenhaus Bad Dürrheim Lerngruppen gebildet, wo die Teilnehmer des Kurses bereits gelerntes repetieren können. Hier gebe es noch Bedarf an Helfern, so Bucher. Ehrenamtliche Unterstützer werden dringend gesucht.